Südsudans Rebellenführer dementiert Friedensabkommen

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Der südsudanesische Rebellenführer Riek Machar

Addis Abeba/Juba - Seit über einem Jahr herrscht im Südsudan Chaos. Fast genauso lange verhandeln die Spitzenpolitiker des Landes über eine Lösung. Die scheint aber wieder in weite Ferne gerückt zu sein: Rebellenchef Machar dementiert Berichte über ein neues Abkommen.

Der südsudanesische Rebellenführer Riek Machar hat Medienberichte über eine Vereinbarung zur künftigen Machtaufteilung in dem Krisenland zurückgewiesen. In dem in der Nacht zum Montag unterzeichneten Dokument gehe es lediglich um ein Mandat für die geplante Übergangsregierung, aber nicht um dessen genaue Struktur, zitierte die Zeitung „Sudan Tribune“ Machars Sprecher James Gatdet Dak.

„Falls wir uns auf ein endgültiges Friedensabkommen einigen, dann würde die Übergangsregierung bis zum 9. Juli gebildet werden“, erklärte Dak. „Jedoch gibt es noch viele offene Fragen, die vorher geklärt werden müssen.“

Örtliche und internationale Medien hatten zuvor berichtet, Präsident Salva Kiir und sein ehemaliger Stellvertreter Machar hätten nach mehrtägigen zähen Verhandlungen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Vereinbarung über eine sofortige Waffenruhe und die künftige Machtaufteilung innerhalb der Regierung unterzeichnet. Demnach sollte Kiir Staatschef bleiben, während Machar wieder als Vizepräsident eingesetzt werden sollte.

Im Südsudan herrscht Chaos, seit im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen den beiden Politkern eskaliert war. Seither kommt es immer wieder zu schwerer Gewalt in dem erst 2011 unabhängig gewordenen Land. Diese hat auch ethnische Hintergründe: Kiir gehört der Volksgruppe der Dinka an, Machar ist ein Nuer. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Politiker bereits mehrere Friedensvereinbarungen unterzeichnet, die jedoch alle nach wenigen Stunden wieder gebrochen wurden.

Eine neue Verhandlungsrunde soll am 20. Februar starten. „Das sollten die letzten Gespräche sein. Bis zum 5. März soll eine endgültige Vereinbarung vorliegen, um die Krise im Südsudan zu beenden“, zitierte die „Sudan Tribune“ Chefvermittler Seyoum Mesfin von der ostafrikanischen Regionalorganisation Igad.

Seit dem Beginn der blutigen Gewalt sind Tausende Menschen getötet worden. UN-Schätzungen zufolge sind mindestens zwei Millionen Südsudanesen auf der Flucht. Experten befürchten auch eine Hungerkrise.

dpa

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