Landtagswahl

SWR: TV-Debatte nun doch mit AfD

+
SPD-Landeschef Roger Lewentz nimmt statt Ministerpräsidentin Dreyer an der TV-Debatte teil.

Mainz - Erneute Wende im Streit um die Live-Fernsehdebatte vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: An der sogenannten Elefantenrunde vor der Wahl am 13. März soll nun doch auch die AfD teilnehmen.

Das teilte der SWR am Mittwoch mit. Die SPD schickt in die Diskussionsrunde allerdings nicht Ministerpräsidentin Malu Dreyer, sondern ihren Landesvorsitzenden Roger Lewentz.

Dreyer hatte sich geweigert, in einer Live-Debatte gemeinsam mit AfD-Vertretern aufzutreten. Der SWR entschied deshalb zunächst, zu dem Live-Gespräch nur die im Landtag vertretenen Parteien einzuladen. Die AfD, aber auch die FDP und die Linkspartei hätten damit nicht teilnehmen können. Lediglich die Spitzenkandidatinnen von SPD, CDU und Grünen wären in der Live-Sendung aufeinander getroffen. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner sagte daraufhin ihre Teilnahme ab. Die Elefantenrunde stand damit vor dem Aus.

Dreyer bleibt einem SPD-Sprecher zufolge bei ihrer persönlichen Haltung, nicht an einer Talkshow mit AfD-Vertretern teilzunehmen. Der SPD-Landesvorsitzende Lewentz kam demnach in einer Abwägung dagegen dem Wunsch des SWR nach, an einer Runde mit sechs Parteien teilzunehmen.

SWR zeigt sich erleichtert

Zu der Diskussionsrunde am 10. März sind laut dem Sender CDU, SPD, Grüne, FDP, Linkspartei und AfD eingeladen. Der SWR sei froh, "dass die von Anfang präferierte Elefantenrunde nach unserem Appell nun doch stattfinden kann", erklärte Intendant Peter Boudgoust. Ein umfassender politischer Diskurs sei damit ermöglicht. Das sei "gut für die Zuschauer und gut für die Demokratie".

Lesen Sie auch:

Nach Streit um TV-Duell: AfD drittstärkste Kraft

Forscher: Talk-Ausschluss gibt AfD weiteren Auftrieb

Offen ist dagegen noch die Besetzung der TV-Debatte vor der ebenfalls am 13. März stattfindenden Landtagswahl in Baden-Württemberg. Auch dort hat der SWR an die Spitzenkandidaten appelliert, sich einer Diskussion mit Vertretern aller Parteien zu stellen, die Aussicht auf einen Einzug ins Parlament haben. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte wie Dreyer öffentliche Auftritte mit AfD-Vertretern abgelehnt. Laut SWR stehen die Rückmeldungen der Parteien noch aus.

In Baden-Württemberg regiert ein grün-rotes Bündnis unter Kretschmann, in Rheinland-Pfalz eine rot-grüne Koalition unter Dreyer. Der Wahlausgang gilt in beiden Bundesländern als offen. Der rechtspopulistischen AfD werden jeweils gute Chancen eingeräumt, in den Landtag einzuziehen.

afp

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.