Syrer angeklagt: Oppositionelle in Deutschland  bespitzelt

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Demonstranten protestieren im Februar 2012  in Berlin gegen den syrischen Machthaber Assad. Von der Bundesanwaltshaft wird jetzt ein 35-jähriger Syrer angeklagt, der in Deutschand Oppositionelle ausspioniert haben soll.

Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Syrer erhoben, der in Deutschland vier Jahre lang Oppositionelle ausspioniert haben soll.

Der angeklagte Syrer soll über die Aktivitäten der Ausspionierten dem syrischen Geheimdienst berichtet haben.

Der 35-jährige Akram O. soll sich vor dem Kammergericht Berlin wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit verantworten. Weiter werden ihm Verstöße gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz zur Last gelegt, wie die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Das Kammergericht muss jetzt über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Nach den Ermittlungen erhielt der Angeschuldigte für seine Spionagetätigkeit mindestens 69.400 Euro. Der Syrer war ab 2008 als nicht angemeldete Kraft an der syrischen Botschaft in Berlin tätig. Seine Aufgabe bestand laut Anklage darin, in Deutschland lebende syrische Oppositionelle zu beobachten und seinen Führungsoffizier über Zusammenkünfte und Kundgebungen der Oppositionellenszene zu informieren. Ende 2010 bewarb sich der mutmaßliche Geheimagent beim Bundesinnenministerium und strebte eine Stelle beim Bundesverfassungsschutz an. Seine Bewerbung blieb allerdings erfolglos.

Im Januar 2012 berichtete der Syrer über eine Geldspendenaktion. In der Folge wurden zwei in Syrien ansässige Verwandte eines in Deutschland lebenden Oppositionellen vom syrischen Geheimdienst befragt.

Bereits im September 2009 hatte sich Akram O. um die Einbürgerung in Deutschland bemüht und dabei falsche Angaben zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen gemacht. Der mutmaßliche Agent wurde im Februar dieses Jahres verhaftet und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

dapd

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