Syrische Opposition ruft nach militärischer Hilfe

Damaskus - Angesichts der jüngsten Massaker in der Stadt Homs ruft die syrische Opposition nach einer Militärintervention. Außerdem fordert sie Schutzzonen für Zivilisten.

„Wir fordern ein militärisches Eingreifen der arabischen Staaten und der internationalen Staatengemeinschaft“, heißt es in einer Erklärung, die der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) in der Nacht zum Dienstag veröffentlichte. Außerdem müsse das gesamte Staatsgebiet zur Flugverbotszone erklärt werden. Für die Zivilisten sollten Schutzzonen eingerichtet werden. Die „Tötungs- und Zerstörungsmaschinerie“ müsse ausgeschaltet werden.

Ferner rief der SNC zu Waffenlieferungen an die Deserteure der Freien Syrischen Armee auf. Diese Bewaffnung müsse „geordnet“ vonstattengehen, hieß es. Am Vortag waren in der Stadt Homs die Leichen von 57 Opfern eines Massakers entdeckt worden. Die meisten Toten waren Frauen und Kinder.

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„Wir haben keine andere Wahl mehr, als uns mit Waffengewalt zu wehren“, sagte Bassam Ishak, ein Mitglied des Syrischen Nationalrates am Dienstag dem Nachrichtensender Al-Arabija. Die Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad töteten Kinder und junge Mädchen, da sei es falsch, sich alleine auf einen diplomatischen Prozess zu verlassen, der bislang keine konkreten Ergebnisse gebracht habe.

In der Provinz Idlib griffen Deserteure nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter am Dienstag eine Straßensperre an. Bei dem Angriff vor einer Außenstelle der regierenden Baath-Partei in Maarat al-Noaman seien zehn Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden, hieß es. Die Armee habe in der Ortschaft ihrerseits vier Menschen getötet, meldeten Aktivisten. Sie berichteten weiter, in der Provinz Deir as-Saur seien 17 Aktivisten festgenommen worden.

Unterdessen mehren sich die Hinweise auf das Eindringen arabischer Freiwilliger nach Syrien. Die Männer, unter ihnen Ägypter und Saudis, sollen sich angeblich als „Gotteskrieger“ der Freien Syrischen Armee angeschlossen haben.

Zahlreiche Leichen in syrischer Moschee entdeckt

Regimegegner haben in einer Moschee in der syrischen Stadt Idlib zahlreiche Leichen entdeckt. Arabische Nachrichtensender sprachen am Dienstag von Dutzenden von Leichen, die in der Bilal-Moschee gefunden worden seien. Aktivisten meldeten unterdessen, sie hätten bereits am Montag elf Leichen in der Moschee entdeckt, die sie wegen der andauernden Bombardierung der Stadt nicht hätten begraben können. In die Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei halten sich viele Deserteure der Freien Syrischen Armee auf.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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