Provinz Idlib

Syrische Rebellen schießen erstmals russischen Kampfjet ab

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Russischer Kampfjet vom Typ Su-25. Foto: Igor Kovalenko/Archiv

In sieben Jahren Krieg in Syrien haben tragbare Flugabwehrwaffen bislang kaum eine Rolle gespielt. Doch nun ist ein russisches Flugzeug aus dem Gebiet von Regierungsgegnern getroffen worden. Der Pilot kommt ums Leben.

Damaskus/Moskau (dpa) - Erstmals haben islamistische Rebellen im Syrien-Krieg einen russischen Kampfjet abgeschossen. Die Maschine vom Typ Suchoi Su-25 sei in der Nähe der Stadt Maarat al-Numan in der Provinz Idlib abgeschossen worden, sagte ein lokaler Rebellenkommandant der Deutschen Presse-Agentur.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte einige Stunden später den Verlust des Flugzeugs. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz zu retten versucht und sei im Gebiet eines Dschihadistenbündnisses gelandet.

"Im Kampf gegen Terroristen ist der Pilot getötet worden", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Russland bezeichnet ebenso wie die syrische Führung alle Gegner als Terroristen. Im Internet kursierten Videos des Abschusses und ein angebliches Foto des Toten. Von den Rebellen hatte es zunächst geheißen, der Pilot sei gefangen genommen worden.

Geschossen wurde nach Militärangaben mit einer tragbaren Flugabwehrrakete. Solche Waffen sind bislang nur selten in dem seit sieben Jahren andauernden Krieg aufgetaucht. Deshalb konnten die syrische und die russische Luftwaffe, aber auch die internationale Koalition unter Führung der USA am Himmel über Syrien weitgehend risikofrei agieren. Der Sicherheitspolitiker Franz Klinzewitsch vom russischen Föderationsrat unterstellte den USA, sie hätten Rebellen über Drittländer mit den Flugabwehrraketen beliefert.

Als Vergeltung beschoss das russische Militär nach eigenen Angaben das Absturzgebiet mit Raketen und tötete 30 Rebellen. Die Region werde von der Nusra-Front kontrolliert, teilte das Ministerium mit. Es verwendete den alten Namen des Al-Kaida-Ablegers in Syrien, der sich mittlerweile Fatah al-Scham nennt.

Die islamistischen Milizen kontrollieren noch die nordwestsyrische Provinz Idlib, stehen aber unter Druck einer syrisch-russischen Offensive. Als Schutzmacht der Rebellen gilt die Türkei. Russland und die Türkei wollten gemeinsam versuchen, den Leichnam zu bergen, teilte das russische Militär mit.

Russland kämpft seit Herbst 2015 an der Seite der Führung von Präsident Baschar al-Assad und hat ihn an der Macht gehalten. Vor dem Abschuss hatte das russische Militär in Syrien zwar mehrere Helikopter, aber nur drei Flugzeuge verloren. Zweimal war es ein Unfall, einen Jet vom Typ Suchoi-24 schoss die türkische Luftwaffe 2015 bei einer angeblichen Grenzverletzung ab.

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