Zeichnung zum Thema Israel

SZ-Karikatur sorgt für Zoff: Antisemitismus-Beauftragter sieht „rote Linie“ überschritten

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Felix Klein

Eine Karikatur des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu bringt die Süddeutsche Zeitung unter Druck. Auch Merkels Antisemitismus-Beauftragter übt Kritik.

Berlin - Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Karikatur des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in der Süddeutschen Zeitung (SZ) scharf kritisiert. „Hier werden Assoziationen an die unerträglichen Zeichnungen der nationalsozialistischen Propaganda geweckt. Auch wenn Karikaturen ironisieren und provozieren sollen, ist hier eine rote Linie überschritten worden“, sagte er der Bild. „Mit einer derartigen geschmacklosen Zeichnung entwertet man jede berechtigte Kritik an den Handlungen der israelischen Regierung“, ergänzte Klein. Die SZ hatte sich bereits am Dienstag für die Karikatur entschuldigt.

Die am Dienstag gedruckte Darstellung des Karikaturisten Dieter Hanitzsch zeigt Netanjahu in Gestalt der Popsängerin Netta, die am Samstag den Eurovision Song Contest gewann, mit einer Rakete in der Hand. In einer Sprechblase steht „Nächstes Jahr in Jerusalem!“. Auf der Rakete ist ein Davidstern abgebildet, im Schriftzug „Eurovision Song Contest“ ersetzt ein Davidstern das „v“.

„Dies hat innerhalb und außerhalb der SZ-Redaktion zu Diskussionen geführt“, hatte Chefredakteur Wolfgang Krach am Mittwoch in einer Stellungnahme erklärt. „Der Karikaturist Dieter Hanitzsch sagt, er habe mit seiner Darstellung lediglich darauf hinweisen wollen, dass das nächste ESC-Finale 2019 in Jerusalem stattfinden soll“, erklärte Krach weiter. „Trotz dieser Intention des Karikaturisten kann man die Zeichnung auch anders verstehen und als antisemitisch auffassen. Ihre Veröffentlichung war deshalb ein Fehler, für den wir um Entschuldigung bitten.“ Der Davidstern steht als Symbol für das Volk Israel und das Judentum.

dpa

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