„Opferrolle nicht gönnen“

Tabubruch? Brandenburgs CDU-Chef will nach Wahl 2019 mit AfD sprechen

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Ingo Senftleben beim Landesparteitag der CDU Brandenburg

Knapp zwei Jahre vor der Landtagswahl macht Brandenburgs CDU-Chef eine kontroverse Ankündigung: Er will im Falle des Wahlsiegs auch mit der AfD sprechen.

Potsdam/Frankfurt (Oder) - Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben will nach der Landtagswahl im Herbst 2019 auch die AfD und die Linkspartei zu Gesprächen laden, wenn seine Partei die stärkste Kraft würde. Man dürfe der AfD nicht die Opferrolle gönnen, mit der sie bei ihren Wählern auf Stimmenfang gehe, sagte Senftleben der Märkische Oderzeitung bei einem Redaktionsbesuch. Allerdings werde er der AfD bei solchen Gesprächen klar machen, dass eine Partei, die das Land spalte, kein Partner sein könne.

Für seine Äußerungen erntete Senftleben Kritik. „Der Brandenburger CDU-Vorsitzende will an die Macht, offenbar um jeden Preis. Mit seiner Ankündigung, Gespräche mit der AfD über eine Regierungsbildung führen zu wollen, verlässt er den Konsens aller demokratischen Parteien in Brandenburg“, sagte SPD-Generalsekretär Erik Stohn.

Grüne: AfD keine Partei, mit man Gespräche über eine Regierungsbeteiligung führen kann

Grünen-Chefin Petra Budke meinte, die AfD sei keine Partei, mit der man Gespräche über eine Regierungsbeteiligung führen könne. „Die CDU wäre gut beraten, das Törchen zur AfD, das ihr Vorsitzender Ingo Senftleben gerade öffnen will, schnell wieder zuzuschlagen.“

In dem Zeitungsbericht warnte Senftleben auch davor, die AfD-Wähler mit Rechtsextremen in der Führung der Partei gleichzusetzen. Die Sorgen der Menschen, die noch vor wenigen Jahren CDU oder SPD gewählt hätten und nun bei der AfD ihr Kreuz machten, müssten aber ernst genommen werden. „Die Hoffnung, dass die AfD wie die Piraten eine Partei auf Zeit ist, wird sich nicht erfüllen.“

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dpa

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