Arbeitgeberverbände zu Kita-Streik: "Tariferhöhung wäre ungerecht"

Die streikenden Erzieher finden zurzeit viel Gehör. Doch es ist auch wichtig, die andere Seite zu hören. Wir haben mit Vertretern von Arbeitgeberverbänden über den Tarifkampf gesprochen.

Manfred Hoffmann, Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen, sagte unserer Zeitung: 

• „Die Bezahlung von Erziehern liegt schon jetzt oberhalb anderer Ausbildungsberufe des öffentlichen Dienstes, sowohl in Bezug auf andere Verwaltungsfachangestellte als auch in Bezug zu technischen Berufen.“

Manfred Hoffmann

• „Die Arbeitgeber sind zu Verbesserungen bei der Eingruppierung bereit. Aber nicht mit der Gießkanne, sondern dort, wo sich tatsächlich Änderungen bei den Anforderungen ergeben haben. Wir haben die Eingruppierung des Sozial- und Erziehungsdienstes erst 2009 überarbeitet.

• Verdi will eine Pauschalerhöhung des Erzieher- und Sozialarbeitergehalts von zehn bis 15 Prozent. „Das lehnen wir ab, weil wir es nicht bezahlen können“ sagt Ulrich Mädge, Oberbürgermeister von Lüneburg und Mitglied in der Tarifkommission der kommunalen Arbeitgeber in einem Interview im Deutschlandfunk.  

Weitere Argumente:

• „Eine Erhöhung nur für die genannten beiden Berufsgruppen würde den gesamten Öffentlichen Dienst entsolidarisieren.“

• „Eine Erhöhung wäre gegenüber zum Beispiel Krankenschwestern ungerecht.“

• „Kommunen müssen im Moment viel Geld für Flüchtlinge ausgeben, können es sich auch deshalb nicht leisten, die Gehälter für Erzieher und Sozialarbeiter pauschal zu erhöhen.“

• „Im nächsten Jahr stehen die allgemeinen Tarifverhandlungen an, dann bekommt die gleiche Personengruppe nach jetzigem Stand zwischen 2 und 2,8 Prozent mehr Gehalt.“ (tzi)

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