Tausende zum Einheits-Tag auf dem Brocken und in Marienborn

Tausende Menschen haben den Tag der Deutschen Einheit an symbolträchtigen Orten verbracht - auf dem Brocken und am ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Marienborn.

Der 1141 Meter hohe Harzgipfel, der erst nach der Wende öffentlich zugänglich wurde, präsentierte sich im strahlenden Sonnenschein, allerdings bei stürmischem Wind und Temperaturen knapp über null Grad. Auf dem Gelände der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn an der Autobahn 2 gab es am Vormittag einen Gottesdienst, am Nachmittag Wandelkonzerte und Führungen. Gedenkstättenleiter Sascha Möbius sprach von mehr als 2500 Besuchern.

Auf dem Brocken gab es am Vormittag eine Gedenkfeier am Wolkenhäuschen, einer im 18. Jahrhundert errichteten Schutzhütte auf dem Gipfel. Der Harzklub, ein Heimat-, Wander- und Naturschutzbund, hatte Mitglieder aus verschiedenen Orten wie Bad Harzburg, Hannover, Ilsenburg und Wernigerode zu Wanderungen auf den Brocken eingeladen. Hinzu kamen im Lauf des Tages zahlreiche weitere Besucher.

„Es ist irre, was hier los ist“, sagte ein Mitarbeiter der Wetterwarte auf dem Brocken mit Blick auf die Besuchermassen. Traditionell gehen viele Menschen am 3. Oktober auf den Berg. Wegen des starken Windes habe die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag bei minus 15 Grad gelegen. Das Thermometer zeigte fünf Grad an. Die Besucher wurden entschädigt mit 60 Kilometern Sicht bis hin nach Thüringen und Niedersachsen.

Der 1141 Meter hohe Brocken kann nur dank der Deutschen Einheit bewandert werden. Mit dem Bau der Mauer 1961 war der Berg zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Staatssicherheit, Grenztruppen und Russen hielten ihn als Posten an der innerdeutschen Grenze besetzt. Stacheldraht und Mauern sperrten die Wanderer aus. Erstmals wagten sich am 3. Dezember 1989 wenige Wanderer wieder hoch. Die Russen zogen 1994 ab.

Rubriklistenbild: © dpa

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