Krawalle überschatten Zwischenwahlen in Mexiko

+
Ein Bundespolizist bewacht eine Tankstelle. Immer wieder war es in Mexiko zuletzt zu Unruhen gekommen. Foto: Mario Arturo Martínez

Aus Protest gegen eine Bildungsreform wollen Lehrer und Studenten im Süden Mexikos die Zwischenwahlen verhindern. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Regierung verlegt Tausende Soldaten und Polizisten in die Unruheregion.

Mexiko-Stadt (dpa) - Aufgebrachte Lehrer und Studenten haben bei den Parlaments- und Regionalwahlen in Mexiko mehrere Wahllokale angegriffen. Im Süden des Landes verbrannten Demonstranten Wahlurnen und Stimmzettel.

Ihr Protest richtete sich gegen eine Bildungsreform und die aus ihrer Sicht unzureichende Aufklärung der Morde an Dutzenden Studenten des linken Lehrerseminars Ayotzinapa.

"Ayotzi lebt - der Kampf geht weiter", skandierten Vermummte in der Ortschaft Tixtla im Bundesstaat Guerrero. Auf den Straßen schichteten sie Wahlunterlagen auf und steckten sie in Brand. Auch in Ocosingo im Bundesstaat Chiapas verbrannten Demonstranten Wahlurnen und Stimmzettel. Elf Verdächtige wurden festgenommen, wie die Zeitung "El Universal" berichtete.

Im Großteil des Landes sei es allerdings friedlich geblieben und die Wahlen würden ohne Probleme abgehalten, sagte der Leiter der Wahlbehörde, Lorenzo Córdova. Tausende Soldaten und Polizisten sicherten die Abstimmung.

Neben den 500 Parlamentariern der Abgeordnetenkammer werden neun Gouverneure, knapp 900 Bürgermeister und Regionalparlamente in 15 Bundesstaaten sowie dem Hauptstadtdistrikt gewählt. Die Abstimmung gilt als Stimmungstest zur Mitte der Amtszeit von Staatschef Enrique Peña Nieto. Jüngsten Umfragen zufolge dürfte die Regierungspartei PRI trotz leichter Verluste stärkste Kraft bleiben.

Die Wahllokale schließen in den drei Zeitzonen jeweils um 18.00 Uhr Ortszeit (01.00 - 03.00 MESZ). Erste Ergebnisse werden am Montag gegen 03.00 Uhr (MESZ) erwartet. 

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.