Die Genossenschaft Taxi Deutschland wehrt sich

Konkurrenz aus dem Internet: Taxifahrer gehen auf die Barrikaden

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Die Taxifahrer demonstrieren gegen die neue Konkurrenz.

Frankfurt. In zahlreichen europäischen Städten demonstrierten am Mittwoch Taxifahrer gegen neue Konkurrenz aus dem Internet. Proteste wurden aus den Städten Hamburg, London, Paris, Madrid und Mailand gemeldet. 450 Taxifahrer fanden sich zu einer Sternfahrt in Berlin zusammen.

Vor allem die US-Firma Uber ist ein rotes Tuch für das Gewerbe. Auf ihrer Online-Plattform vermittelt Uber neben Mietwagen samt Fahrer (Uber Black) auch Privatleute, die mit ihrem eigenen Auto Personen befördern (Uber Pop). Da bei den privaten Fahrern viele Kosten entfallen, sind Fahrten bei Uber Pop meist günstiger als in normalen Taxis.

So müssen die privaten Fahrer keinen Personenbeförderungsschein nachweisen. Sie benötigten keine Versicherung für die Fahrten, haben weder geeichte Fahrpreisanzeiger noch Funk- und Sicherungsanlagen. Uber übernimmt die Zahlung zwischen Gast und Fahrer und finanziert sich über 20 Prozent des Fahrpreises.

Die Genossenschaft Taxi Deutschland sieht dabei folgende Kritikpunkte:

• Sicherheit: Die Fahrt bei Uber Pop ist nicht versichert. Im schlimmsten Fall geht der Fahrgast bei einem Unfall leer aus.

• Qualitätsstandards: Bei Taxifahrern handelt es sich nicht um irgendwelche Autofahrer, sondern um erfahrene Vielfahrer, die einer etablierten Organisation angehören.

• Beförderungspflicht: Taxifahrer sind verpflichtet, jeden Fahrgast mitzunehmen. Dies gilt für Uber-Pop-Fahrer nicht.

• Marktpreise: Aktuell gibt es festgelegte Tarife. Mit Uber würden Weihnachten und Silvester oder auf dem lande die Preise explodieren. Dies hätte zur Folge, dass sich nicht mehr jeder ein Taxi leisten kann.

• Berufsstand: Fahrer von Taxizentralen sind Fachkräfte, die eine professionelle Dienstleistung bieten und ein geregeltes Einkommen haben. Hobbyfahrer sollen diese Jobs gefährden, wenn es nach Uber geht.

• Gefahren: Startup-Apps wie MyTaxi und Uber werden gern von Fahrern genutzt, die schon früher keiner Taxizentrale angeschlossen waren und sich oft keinem übergeordneten Qualitätsmanagement unterstellen. Kommt es zu Problemen, haben Kunden keine Taxizentrale, die hilft. Eine Internetbewertung greift erst im Nachhinein und kann kein Qualitätsmanagement ersetzen.

• Zuverlässigkeit: Im Gegensatz zu Startup-Apps muss sich die App der Taxizentralen „Taxi Deutschland“ keinen Fahrerstamm sukzessive aufbauen: Angeschlossen sind alle Orte in Deutschland mit mehr als 5000 Einwohnern und deren Taxizentralen.

Von Gudrun Skupio

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