Darum regnete es Stofftiere

Teddy-Bomber provoziert Staatschef Lukaschenko

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Thomas Mazetti und Hannah Lina Frey haben 800 Teddys über Weißrussland abgeworfen.

Minsk - Schwedische Aktivisten haben den weißrussischen Staatschef provoziert. Wie? Mit 800 Teddys. Eine kuriose Geschichte des Protests.

Anfang Juli waren Thomas Mazetti und Hannah Lina Frey in einem Kleinflugzeug der schwedischen PR-Firma "Studio Total" losgeflogen, um in Weißrussland ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte zu setzen. Über Ivenets und einem Außenbezirk von Minsk warfen die schwedischen Aktivisten - mit Teddy-Masken getarnt - 800 Teddybären ab. Der Clou: Die Kuscheltiere hatten Protestbriefchen um den Hals. Mit Hilfe von kleinen Fallschirmen segelten sie zu Boden - und setzten ein Zeichen.

"Ihr könnt uns nicht zum Schweigen bringen" oder "Redefreiheit für alle" stand auf den Zetteln. Und die haben jetzt für Furore gesorgt in Weißrussland, dessen Regierungschef Alexander Lukatschenko wegen Verstößen gegen die Menschrechte nicht mehr in die EU einreisen darf.

Nachdem die weißrussische Regierung den Vorfall lange abgestritten hatte, bestätigte jetzt die offizielle weißrussische Nachrichtenagentur "Belta" die Aktion. Und Lukatschenko zog Konsequenzen.

Er feuerte den Chef der Luftwaffe und den obersten Grenzschützer. Das teilte das Präsidentenbüro in Minsk mit. Lukaschenko tobte: "Warum haben die Verantwortlichen diesen Flug nicht abgebrochen? Mit wem habt ihr Mitleid gehabt?" Eigentlich hat die weißrussische Luftmacht den Befehl, hart durchzugreifen.

Die Aktivisten sind unbeschadet nach Schweden zurückgekehrt. Einen Weißrussen hat es dafür hart getroffen: Weil er Fotos der Aktion weiterverbreitet hat, wurde der 20-jährige Journalistikstudent Anton Surjapin festgenommen - er sitzt jetzt seit über zwei Wochen im Gefängnis. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft.

Erreicht haben die Schweden mit ihrer Aktion trotzdem etwas: Der weißrussische Staatschef ist blamiert. Und schuld daran sind Teddys.

sta

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