Terrorismus: Landkreis hält Biblis für besonders gefährdeten Standort

Biblis. Nach dem Aus für das Kernkraftwerk Biblis wehrt sich der Landkreis Bergstraße in Südhessen gegen ein dauerhaftes atomares Zwischenlager an dem Standort. Der Landrat hat vor allem Sicherheitsbedenken.

Das Kernkraftwerk Biblis mit seinem atomaren Zwischenlager ist nach Ansicht des Landkreises Bergstraße ein besonders gefährdeter Standort in Deutschland. „Die terroristische Gefahr nimmt eher zu, Biblis ist bei einem Angriff aus der Luft nur fünf Minuten von Europas größtem Flughafen in Frankfurt entfernt“, sagte Landrat Matthias Wilkes (CDU) am Freitag in Heppenheim. Zudem befinde sich der Standort in einem Ballungsraum mit acht Millionen Menschen.

Die in dem Lager auf der grünen Wiese untergebrachten Castor-Behälter müssten daher in zentralen Zwischenlagern in Ahaus und Gorleben untergebracht werden, forderte der Landrat. „Das sind die eindeutig besseren Standorte.“

Viele Politiker im Bund und im Land wollten das Gefahrenpotenzial von Biblis aber nicht zur Kenntnis nehmen. Wilkes kritisierte erneut, dass der Landkreis mit einer Begrenzung der Laufzeit für das Zwischenlagers in Biblis am Regierungspräsidium Darmstadt gescheitert ist. Die Behörde hatte die vom Kreis ausgesprochene Befristung kassiert, wonach die Genehmigung des Zwischenlagers an die Laufzeit des Atomkraftwerks gekoppelt werden müsse.

Nun darf das Lager bis 2046 bestehenbleiben, obwohl das AKW unter den Atomausstieg fällt und möglicherweise in 20 Jahren abgebaut sein könnte. „Wenn die Atomkraftwerke stillgelegt werden, müssen auch die Zwischenlager beendet werden“, sagte Wilkes. Der Landkreis werde wie angekündigt Schritte gegen die Entscheidung des Regierungspräsidiums prüfen und sich auch politisch einsetzen. (dpa)

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