Tränengas im Parlament

Thaci neuer Präsident des Kosovos

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Hashim Thaci.

Pristina - Über Pristina hängen Tränengaswolken. Ob im Parlament oder auch außerhalb des Gebäudes - Reizgas ist das probate Mittel von Polizei und Opposition. In den Schwaden wurde auch ein Präsident gewählt.

Inmitten dichter Tränengasschwaden im Parlamentsgebäude in Pristina haben die Abgeordneten am Freitag den amtierenden Außenminister Hashim Thaci zum neuen Staatspräsidenten des Kosovos gewählt. Für den früheren Regierungschef stimmten 71 Parlamentarier, bei zehn Gegenstimmen. Die Abgeordneten der Opposition hatten das Plenum noch vor der Abstimmung verlassen. Sieben Oppositionelle waren zuvor schon von der Sitzung ausgeschlossen worden, da sie im Saal Tränengas versprüht hatten.

Vor dem Parlamentsgebäude hatten sich mehrere hundert Demonstranten versammelt, die während der Abstimmung die Polizei mit Steinen und Flaschen bewarfen. Die Polizei antwortete ihrerseits mit Tränengas und Wasserwerfern. Mindestens zwölf Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt, elf von ihnen waren Polizisten.

Die Opposition wollte die Wahl Thacis verhindern. Sie wirft ihm Korruption und eine Spaltung des Volkes vor. Der frühere Regierungschef (2008 bis 2014) löst jetzt Atifete Jahjaga ab, die 2011 als erste Frau an die Staatsspitze des Kosovos gewählt worden war.

Ein riesiges Polizeiaufgebot sicherte am Freitag das Parlamentsgebäude, um mögliche Angriffe oppositioneller Demonstranten abzuwehren. Thaci selbst hatte seine Anhänger angewiesen, seine erwartete Wahl zu Hause zu feiern. Thacis Demokratische Partei Kosovos (PDK) ist Juniorpartner der Demokratischen Liga Kosovos (LDK) in der Regierung von Isa Mustafa.

Die Opposition blockiert mit Tränengas-Attacken seit Monaten das Parlament. Sie will erreichen, dass die Regierung zurücktritt und vorzeitige Wahlen ausschreibt, weil sie der serbischen Minderheit im Land zu viele Rechte eingeräumt habe.

dpa

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