HNA-Kommentar

Tibor Pézsa über die neue Väterstudie: Es geht um die Kinder

Tibor Pézsa lietet die Politikredaktion der HNA und ist Vater von drei Söhnen, E-Mail: tpa@hna.de

In einer Forsa-Studie für die Zeitschrift "Eltern" sagten 81 Prozent der befragten Männer, dass ein guter Vater so viel Zeit wie möglich mit seinen Kindern verbringen sollte. Gleichzeitig wollen Väter aber auch im Beruf nicht zurückstecken. Ein Kommentar von Tibor Pézsa, Leiter der HNA-Politikredaktion.

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr." So schrieb Wilhelm Busch in den 1870er Jahren. Das hat sich nicht geändert. Sinnigerweise kann man in Buschs Zeilen "Vater" mühelos durch "Mutter" ersetzen. Denn der Übergang von einer Beziehung in eine Familie stellt bei allen Beteiligten alles auf den Kopf, wie eh und je.

Heutige Männer finden die alte Antwort darauf zwar antiquiert: Die Frau kümmert sich um das Wohl der Kinder, der Mann kümmert sich um das Einkommen der Familie. Doch gelebt wird genau das von einer großen Mehrheit der Familien. 89 Prozent der Väter arbeiten in Vollzeit, nur vier Prozent in Teilzeit. Und zwei Drittel der befragten Väter wollen das auch so. Drei Viertel aller Befragten sind alleinige oder Haupternährer der Familien - wohl kaum gegen den Willen ihrer Partnerinnen.

Erfreulicherweise steigt das Renommee jener Väter, die sich neben ihrer Herausforderung als Ernährer auch um möglichst viel Teilhabe am Leben ihrer Kinder kümmern. Tatsächlich können Väter mit ihren Kindern laut Studie nur eins besser als Mütter: toben. Und Mütter nur eins besser als Väter: Klamotten kaufen. Alles andere können Mütter und Väter demnach mehr oder weniger gleich gut.

Wer aber will, dass Väter und Mütter von kleinen Kindern in Vollzeit arbeiten, der will im Grunde ein Leben mit Kindern, als gäbe es sie nicht. Wer viel Zeit mit seinen Kindern verbringen will - und sie brauchen sehr viel Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit, der macht nun einmal weniger Karriere. Mann oder Frau müssen sich nur entscheiden. Hier scheint ein größeres Problem zu liegen.

Interview zum Thema: "Männer delegieren viel"

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.