Tierisches 2012

Tierisches 2012: Arme Nager, vorwitzige Beuteltiere

Hannover. Eingeklemmte Nager, freilaufende Kängurus, Polizisten, die Schweine mit dem Seil abschleppen: Warum in den Zoo gehen, wenn man durch Niedersachsen laufen kann? Tierisch war 2012 hier einiges los.

Ob Eichhörnchen, Schweine oder Kängurus: Ohne Niedersachsens Tiere hätte es 2012 zwischen Nordsee und Harz ein paar Schlagzeilen weniger gegeben. Vierbeiner, Nager und Rösser haben jedenfalls ordentlich aufgedreht und Polizisten dabei entweder zu Cowboys oder gerührten Helfern gemacht.„Sowas hatten wir noch nicht erlebt“, erinnert sich etwa eine Polizeisprecherin, die mit Olivenöl ein Eichhörnchen aus einem Gullydeckel befreien musste. Ein Rückblick auf das, was das Land in diesem Jahr tiertechnisch zu bieten hatte:

WILDE PFERDE UND RINDER: Gerne mal zu Cowboys wurden Polizisten dieses Jahr in Ostfriesland: Im Dezember mussten Beamte zwei entlaufene Pferde in Aurich wieder einfangen, in Dornum jagten sie dagegen im Oktober gleich 25 Rinder. Fast drei Stunden dauerte das Einfangen, das Stierrennen verlief dabei aber friedlich.

GEWITZTE SCHWEINE: Renitenz zeigten auch zwei Schweine in Stade. Sie waren aus einem Schrebergarten ausgebüxt und ließen sich dorthin nur per Abschleppseil zurückbringen. UNBÄNDIGE AFFEN: Im Juli waren im hannoverschen Zoo die Affen los: Rund eine Stunde liefen fünf Schimpansen durch den Zoo - nach Baumfällarbeiten hatten sie einen Ast als Brücke genutzt und die Besucher ordentlich erschreckt. Ein kleines Mädchen wurde leicht verletzt.

VORWITZIGE BEUTELTIERE: Entlaufene Kängurus waren in diesem Jahr fast Normalität in Niedersachsen. Sogar aus den Niederlanden kam im September ein ausgebüxtes Beuteltier über die Grenze an der A30 bei Bad Bentheim gehüpft. „Norbert“ und „Bernhard“ wohnten dagegen schon in Niedersachsen - wollten es aber auch wissen. Zwischen März und Juli sprangen die Beuteltiere in den Kreisen Rotenburg und Schaumburg herum. „Norbert“ wurde auf einem Parkplatz gestellt, „Bernhard“ leider vom Zug überfahren. Mehr Glück hatten „Urmel“ und „Wickie“ aus dem Tierpark Serengeti in der Lüneburger Heide. Sie waren im Mai auf Tour und machten es der Polizei nicht leicht. „Die sind ja aber in der Größe auch schon mal mit einem Reh zu verwechseln“, hieß es damals bei den Beamten in Schwarmstedt.

ARME NAGER: Der Herzensbrecher dagegen war wohl „Gullyver“ - das Eichhörnchen, das Anfang August in einem Gullydeckel in Isernhagen bei Hannover stecken blieb. Das arme Nagetier mit den traurigen Knopfäuglein rührte nicht nur die Polizisten, die es mit Hilfe von Olivenöl befreien konnten. „Das war ein herzzerreißender Anblick“, erinnert sich eine beteiligte Beamtin. Bundesweit ging das Bild des eingeklemmten Nagers durch die Medien. Besonders traurig war das Ende: „Gullyver“ starb ein paar Stunden nach seiner Befreiung.

SCHEUE WILDTIERE: Scheu aber nicht klug war ein Fuchs in Hann. Münden: Nachdem er im Juli in einen Imbiss gelaufen war, floh er von dort vor der Feuerwehr - in eine Buchhandlung. Unter einem Regal wurde er schließlich entdeckt. Wölfe und Luchse mieden Buchhandlungen dagegen, tappten aber in Fotofallen. „Mit diesen tollen Bildern machen die Wölfe für sich beste Werbung“, lobte damals Umweltminister Stefan Birkner (FDP).

HARTE KATZEN: Überdurchschnittliches Durchhaltevermögen schienen Katzen 2012 in Niedersachsen zu haben. Beachtlich war jedenfalls die Mieze, die im Mai vier Tage in einer Badezimmerwand in Clausthal-Zellerfeld klarkam, bis die Feuerwehr sie befreite. Handwerker hatten das Tier aus Versehen eingemauert. Gute Kondition bewies auch Kater „Felix“: Der lief 240 Kilometer von Braunschweig nach Berlin, wo er im Mai auftauchte - okay, er brauchte dafür eineinhalb Jahre.

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