Sachsens Ministerpräsident besucht Asylunterkunft

Tillich über Heidenau-Krawalle: "Grenzen überschritten"

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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) (Mitte), Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, l-r), Sozialministerin Petra Köpping (SPD) und Innenminister Markus Ulbig (CDU) (2.v.r.) haben am Sonntag die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau besucht.

Heidenau - Nach fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Heidenau hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) mit Mitgliedern der Landesregierung die umstrittene Asylunterkunft besucht.

„Hier sind Grenzen überschritten worden, die ich kaum noch in Worte fassen kann“, sagte er am Sonntagabend nach Gesprächen mit Vertretern von Polizei, Stadt und Heimbetreiber. „Gehen sie davon aus, dass hier alle Anstrengungen unternommen werden, um Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten beziehungsweise auch weiter sicherzustellen.“

Tillichs Stellvertreter, Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), sprach von einem „braunen Mob“, der in den letzten Tagen Hass und Gewalt gesät habe. „Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir weichen auch nicht zurück“, fügte er hinzu.

In dem Heim, das in einem früheren Baumarkt untergebracht ist, werde alles getan, den Flüchtlingen eine menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung zu ermöglichen, sagte Tillich. Während des Besuchs traf ein Bus mit weiteren Flüchtlingen ein. Bis zum Abend sollten 320 Asylbewerber in der Unterkunft untergebracht sein, die für bis zu 600 Menschen ausgelegt ist.

Bei nächtlichen Krawallen von Rechtsextremisten und Rassisten waren seit Freitag in Heidenau über 30 Polizisten verletzt worden. Die Polizei richtete sich auch am Sonntag auf weitere Proteste ein und war mit einem starken Aufgebot vertreten.

Bilder: Wieder rechte Krawalle in Heidenau

dpa

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