"Menschlichkeit, Güte, Toleranz"

„Time“-Magazin kürt Merkel zur „Person des Jahres“ 2015

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Das „Time“-Magazin hat Angela Merkel zur „Person des Jahres“ 2015 gewählt.

New York - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist vom New Yorker „Time“-Magazin als „Person des Jahres“ 2015 ausgezeichnet worden.

Die 61-Jährige habe sich im Kampf gegen die Pleite Griechenlands, in der Flüchtlingskrise und nach den Pariser Terrorattacken engagiert, schrieb das Journal zur Begründung am Mittwoch. „Bei Merkel schwang ein anderer Wertekanon - Menschlichkeit, Güte, Toleranz - mit, um zu zeigen, wie die große Stärke Deutschlands zum Retten statt zum Zerstören genutzt werden kann. Es ist selten, einen Anführer bei dem Prozess zuzusehen, eine alte und quälende nationale Identität abzulegen.“

Auf Platz zwei der „Time“-Rangliste folgt der selbst ernannte Kalif der Terrororganisation Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi. Dahinter kommen der bei den Republikanern führende Bewerber um die Kandidatur für das Weiße Haus 2016, Donald Trump, sowie die US-Bürgerrechtskampagne „Black Lives Matter“ (schwarze Leben zählen).

Die „Time“-Redaktion würdigt seit 1927 die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. Vergangenes Jahr waren es die Mediziner im Kampf gegen Ebola, 2013 Papst Franziskus. Merkel ist seit fast 30 Jahren die erste Frau, die mit dem Titel gekürt wird.

Donald Trump twitterte zum Ergebnis der Wahl: "Sie haben die Person gewählt, die Deutschland ruiniert."

Erst vier Deutsche „Person des Jahres“

Seit 1927 wählt das New Yorker Magazin „Time“ den „Mann des Jahres“ (seit 1999 „Person des Jahres“), der erste war der Atlantikflieger Charles Lindbergh. Dabei geht es rein um Einfluss auf das Weltgeschehen, nicht um eine moralische Würdigung. Vier der Auserwählten waren Deutsche - mehr schafften neben den Amerikanern nur Sowjets/Russen:

1938 wurde ADOLF HITLER „Mann des Jahres“, weil er Deutschland gleichgeschaltet und Europa verändert hatte („Der unheilige Organist einer Hymne des Hasses“).

1953 wurde KONRAD ADENAUER auf den Titel gesetzt, weil er als Kanzler Deutschland in den Kreis der Nationen zurückgeführt hatte („Ein neues Mitglied im Rat der großen Mächte“).

1970 wurde WILLY BRANDT geehrt, weil er als deutscher Kanzler die Aussöhnung mit den osteuropäischen Ländern angestoßen hatte (auf dem Titel vor einem Eisernen Vorhang mit einem Riss).

2015 wurde ANGELA MERKEL gewählt, weil sie sich im Kampf gegen die Pleite Griechenlands, in der Flüchtlingskrise und nach den Pariser Terrorattacken engagiert habe („Kanzlerin der freien Welt“).

dpa

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