Tödlicher Sturz: Gutachter bemängelt Turmbau

Schotten/Giessen. Bei ihren Ermittlungen nach dem tödlichen Sturz eines Kindes von einem Freizeit-Sprungturm im Vogelsberg ist die Staatsanwaltschaft Gießen einen wichtigen Schritt weiter.

Das Gutachten eines Experten zeige, „dass nicht alle Anforderungen an eine derartige Anlage“ erfüllt gewesen seien, sagte Julia Bussweiler, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage.

Eine Zwölfjährige aus dem Landkreis Fulda hatte am 31. August 2015 nach Trainingssprüngen von der Sechs-Meter-Plattform das Luftkissen am Fuß des Turmes aus neun Metern Höhe verfehlt. Das Mädchen fiel schwerverletzt ins Koma und starb Anfang Oktober im Krankenhaus. Der Turm war nach Informationen unserer Zeitung von einem Gerüstbauer aus dem Vogelsbergkreis als Ferienattraktion nahe dem Hoherodskopf-Kletterwald aufgestellt worden.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gießen zog der Gutachter unter anderem die Betriebsanleitung für das Sprungkissen und DIN-Normen für Sprunganlagen in Schwimmbädern heran. Vor allem hinter den geringen Überstand der Plattform vom Turm weg über das Luftkissen und die knappen Sicherheitsfreiräume rund um das Kissen setze der Experte Fragezeichen, so die Staatsanwaltschaft. In den Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung geht es um die mögliche MIssachtung von Sorgfaltspflichten und Sicherheitsvorschriften. Es würden nun Verträge zwischen den Beteiligten am Sprungturm-Geschäft geprüft, sagte Staatsanwältin Bussweiler, um mögliche strafrechtliche Verantwortung zu klären. (wrk)

Rubriklistenbild: © dpa

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