Tony Blair verteidigt  Irak-Krieg mit 11. September

London - Sieben Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs hat der ehemalige britische Premierminister Tony Blair die Invasion vor einem Untersuchungsausschuss verteidigt und mit den Anschlägen vom 11. September begründet. Mit Video!

Nach den Terrorattacken 2001 in den USA sei es um “eine absolut machtvolle, klare und unablässige Botschaft“ gegangen, dass kein Regime mit Massenvernichtungswaffen mehr toleriert werde, sagte Blair am Freitag vor der Untersuchungskommission in London. Vor 9/11 sei der irakische Präsident Saddam Hussein “eine Bedrohung“ und “ein Monster“ gewesen, mit dem man aber irgendwie umgegangen sei. “Danach war meine Ansicht, dass man mit diesem Thema überhaupt keine Risiken mehr eingehen konnte“, erklärte der frühere Regierungschef vor der von der Regierung eingesetzten Kommission. Die vom Regime in Bagdad ausgehende Bedrohung habe sich nicht verändert, aber “es war unsere Wahrnehmung des Risikos, die sich verschoben hat“, sagte Blair.

Diese Einschätzung sei allerdings nicht überall in Europa geteilt worden - vor allem Deutschland stellte sich damals mit der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen die Entscheidung zum Krieg. Im Zentrum der sechsstündigen Anhörung standen Vorwürfe, wonach Blair Geheimdienstinformationen über irakische Waffensysteme übertrieben weitergegeben haben soll. Auch soll der damalige Regierungschef vor Beginn des Krieges im März 2003 den anfangs skeptischen Generalstaatsanwalt bedrängt haben, die Invasion als völkerrechtlich zulässig zu bezeichnen. Außerdem fragten die Mitglieder der Kommission nach dem Zeitpunkt der Entscheidung Blairs für ein militärisches Vorgehen gegen den Irak.

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

Die Bilder des brennenden World Trade Center in New York am 11. September 2001 haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt. Ein Schlüsselbild unserer Zeit, das auch in der Ausstellung „Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte“ im Haus der Geschichte in Bonn zu sehen ist. © dpa
Die Welt stand nach den dramatischen Live-Bildern aus New York unter Schock (Foto vom Hauptbahnhof in Frankfurt am Main). Noch am selben Tag rief die US Regierung - unterstützt von der internationalen Staatengemeinschaft - einen Krieg gegen den Terrorismus aus. © dpa
Dieser Krieg dauert seit acht Jahren an. (Foto: Bundeswehrsoldaten in Afghanistan). Der Hass der Islamisten auf die westliche Welt lodert so stark wie eh und jeh. Ein Rücklblick auf die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September. © dpa
11. September 2001, USA: Ein strahlender Spätsommer-Morgen in New York City. Da rammt ein gekapertes Linienflugzeug das World Trade Center in Manhattan, wenig später kracht ein zweites in den gegenüberliegenden Turm.  © dpa
Die „Twin Towers“ gehen in Flammen auf. Menschen auf der Flucht vor dem Feuer springen panisch aus den Fenstern in den Tod. Später stürzen die Zwillingstürme ein. © dpa
Ein drittes gekapertes Flugzeug, von den Entführeren ebenfalls als „fliegende Bombe“ eingesetzt, rammt das Pentagon, das US-Verteidigungsministerium in Washington. © dpa
Eine vierte Maschine stürzt auf einer Wiese in Shanksville (US-Bundesstaat Pennsylvania) ab. Der Voice-Recorder hat aus dem Cockpit Flüche und Schreie auf English und Arabisch aufgezeichnet sowie die Geräusche eines Kampfes. Bis heute ist ungeklärt: Überwältigten Passagiere die Entführer? Oder ließ die US-Regierung das Flugzeug abschießen? © dpa
Möglicherweise wollten die Entführer das Flugzeug ins Weiße Haus lenken, das nicht weit vom Pentagon (Bild) in Washington entfernt liegt. Doch das Ziel des in Pennsylvania abgestürzten Flugzeugs ist bis heute unbekannt. © dpa
3000 Menschen sterben am 11. September 2001 bei den Anschlägen von New York und Washington. © dpa
Verantwortlich für die Anschläge: Islamistische Terroristen aus dem Umfeld von Osama bin Ladens Gruppe „Al Qaida“ (deutsch: Die Basis). Eine Kriegserklärung der Fanatiker an die freie Welt. © dpa
Einen Monat später folgte der US-geführte Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan (beherbergte die Al Qaida-Führer). Knapp zwei Jahre später erklärten die USA auch dem Irak (der nichts mit Bin Laden und der Al Qaida zu tun hatte) den Krieg. Das Bild zeigt US-Marines in Afghanistan. © dpa
11. April 2002, Tunesien: Auf der Ferieninsel Djerba verübt das Al-Kaida-Netzwerk einen Sprengstoffanschlag auf eine Synagoge. Der Angriff richtet sich gezielt gegen Touristen. Das Foto zeigt ein Anschlagsopfer mit schweren Brandverletzungen. © dpa
Kurz nachdem die Touristen die Synagoge (Bild) betreten, rast ein Lastwagen, beladen mit fünf Tausend Litern Flüssiggas, durch die Mauern und entfacht ein Feuerinferno. © dpa
22 Urlauber kommen bei der Explosion in  Djerba ums Leben, darunter 14 Deutsche. © dpa
Bei dem Anschlag sprengt sich auch der Al Kaida-Attentäter in die Luft. © dpa
12. Oktober 2002, Indonesien: Am Samstagabend um 23:05 Uhr Ortszeit explodiert in Paddy's Bar auf der Ferieninsel Bali eine Bombe (Bild). Ein Selbstmordattentäter hatte sie in seinem Rucksack versteckt.  © dpa
Die Verletzten fliehen aus dem Lokal auf die Straße - in eine tödliche Falle. Vor dem Sari Club explodiert eine fast eine Tonne schwere in einem weißen Mitsubishi Van versteckte Autobombe. Die Terroristen ließen sie per Fernzünder detonieren.   © dpa
202 Menschen sterben bei den Explosionen, in der Mehrzahl Besucher der beiden Bars. Mehrere hundert Menschen erleiden Verbrennungen und andere Verletzungen. © dpa
Zu dem Anschlag bekennt sich die islamistische Gruppe Jemaah Islamiyah - die Organisation pflegt enge Verbindungen zum Terrornetzwerk der Al Qaida. © dpa
23. Oktober 2002, Russl and: Während einer Abendveranstaltung im Moskauer Dubrowka Theater stürmen knapp 50 islamistische Terroristen, sowohl Männer als auch Frauen, das Gebäude.   © dpa
Die Terroristen bringen 850 Menschen in ihre Gewalt und verlangten den Rückzug der russischen Truppen aus Tschetschenien. Ein tagelanger Nervenkrieg begann. © dpa
Drahtzieher des Überfalls ist der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew. Er wagt den Machtkampf mit der russischen Regierung. © dpa
Doch Verhandlungen mit den Terroristen kommen für Russlands Präsidenten Wladimir Putin nicht in Frage. Er lässt Spezialeinheiten vor dem Theater aufmarschieren © dpa
Dutzende Rettungswagen fahren vor das Theater. Hunderte bewaffnete Männer positieren sich rings um das Gebäude. Die Weltöffentlichkeit rechnet mit einem blutigen Ende des Geiseldramas. © dpa
Das Foto zeigt Movsar Barayev (rechts), den Anführer der Gruppe. Er wiederholt die Forderung nach dem russischen Abzug aus Tschetschenien am 25. Oktober gegenüber dem russischen Fernsehen. © dpa
Wenige Stunden später pumpen Spezialeinheiten eine unbekannte Chemikalie in das Ventilationssystem des Theaters. Minuten später stürmen sie das Gebäude. Die betäubten Terroristen werden an Ort und Stelle durch Kopfschüsse getötet. © dpa
Bei der Befreiungsaktion sterben mindestens 129 Geiseln. Die meisten von ihnen werden durch das eingeleitete Gas vergiftet. Über 700 Menschen werden lebend aus dem Theater gerettet. (Bild) © dpa
Die russische Regierung rechtfertigt ihr Vorgehen: Immerhin hatten die Terroristen überall im Theater Sprengsätze deponiert (Foto). Hätten die Geiselnehmer diese gezündet, so argumentiert die Regierung, dann wären noch mehr Menschen gestorben. © dpa
Präsident Wladimir Putin bittet die Angehörigen der getöteten Geiseln um Vergebung und bittet sie um Verständnis für sein Handeln. © dpa
12. Mai 2003, Saudi Arabien: Eine Serie von Bombenanschlägen auf Wohnanlagen für westliche Ausländer erschüttert die saudi-arabische Hauptstadt Riad. © dpa
An mindestens drei Stellen zünden die Terroristen Autobomben. © dpa
Die Sprengkraft der Bomben ist gewaltig: 35 Menschen sterben, 200 werden verletzt. © dpa
Der Anschlag erfolgt wenige Wochen nach dem Einmarsch der USA in den Irak - offenbar eine „Vergeltungsmaßnahme“ der Islamisten. © dpa
Die Attentäter von Riad werden mit dem Terrornetzwerk Al Qaida in Verbindung gebracht. © dpa
16. Mai 2003, Marokko: In Casablanca, der größten Stadt des Landes, zünden islamistische Terroristen an fünf verschiedenen Orten Sprengstoffgürtel an ihren Körpern. © dpa
Ziele der Anschläge: Das spanische Kulturhaus "Casa de Espana", das belgische Konsulat (Foto), das Hotel Farah in der Altstadt, sowie ein jüdischer Friedhof und ein Gemeindezentrum marokkanischer Juden. © dpa
Über 40 Menschen sterben, mehr als 100 werden verletzt. Die Bombenanschläge werden der Gruppierung „Salafiya Jihadia“ zugerechnet. © dpa
19. August 2003, Irak: Selbstmordanschlag auf die Zentrale der Vereinten Nationen in Bagdad: Vor dem Gebäude detoniert eine Lkw-Bombe. © dpa
Das UN-Hauptquartier wird bei dem Anschlag zerstört. 22 Menschen werden getötet. © dpa
Unter den Opfern: Der UN-Sondergesandte für den Irak, Sergio Vieira de Mello. (Foto) © dpa
15. November 2003, Türkei: Zeitgleich zünden Terroristen zwei Autobomben vor der Bet Israel Synagoge und der Neve Shalom Synagoge (Bild) in Istanbul. © dpa
Am jüdischen Feiertag Schabbat waren die Synagogen mit Gläubigen gefüllt. © dpa
Bei dem Doppelanschlag werden 24 Menschen getötet: Betende Juden, aber mehrheitlich Moslems, die in nahegelegenen Moscheen als Sicherheitsleute oder in umliegenden Geschäften arbeiteten. Über 300 Menschen werden verletzt. © dpa
Die Terrorserie in der türkischen Hauptstadt setzt sich wenige Tage später fort: Am 20. November 2003, um 11 Uhr Ortszeit, rast ein Kleinlaster in das britische Konsulat (Foto) und explodiert in einem gewaltigen feuerball. © dpa
Unter den Todesopfern: der britische Generalkonsul Roger Short. © dpa
Zeitgleich detoniert eine Autobombe vor der Zentrale der britischen HSBC-Bank in istanbul. Die Explosion verwüstet auch ein nahegelegenes Einkaufszentrum, in dem sich Tausende Menschen aufhalten. © dpa
Bei den zweiten Doppelanschlägen kommen 27 Menschen ums Leben. Später bekannte sich eine der Al Qaida zugehörige Gruppe namens „Brigaden des Märtyrers Abu Hafs el Masri“ zu allen vier Anschlägen. © dpa
11. März 2004, Spanien: Der Terrorismus erreicht Europa. Am Morgen, gegen 7.40 Uhr, explodieren in Madrid zehn Bomben in insgesamt vier Vorortzügen. © dpa
Die Züge waren voll mit Pendlern auf dem Weg ins Stadtzentrum. © dpa
Bei den Anschlägen sterben 191 Menschen. 2051 Menschen werden verletzt, 82 von ihnen schwer. © dpa
Die Anschläge versetzen das Land in einen kollektiven Schockzustand. Die Welt trauert mit Spanien. © dpa
Die Attentate ereignen sich wenige Tage vor den Parlamentswahlen. In Verdacht gerät zunächst die baskische Terrororganisation ETA. Doch die Separatisten dementieren jegliche Beteiligung an den Anschlägen. © dpa
Nur wenige Stunden nach den Anschlägen tauchen allerdings Hinweise auf, dass die Täter dem Terrornetzwerk Al Qaida angehörten. Dennoch hält die Regierung unter Noch-Ministerpräsident José Maria Aznar an der Täterschaft der ETA fest. Die Regierung soll versucht haben, die Berichterstattung der Medien in diese Richtung zu lenken. © dpa
Die konservative Regierung will aufgrund ihrer Beteiligung am unpopulären Irak-Krieg den Verdacht von den Islamisten lenken. Die hatten in einem Bekennerbrief den Abzug der spanischen Truppen aus dem Land gefordert. Zusehends verstrickt sich die Regierung in Widersprüche und Lügen. Medien und Bevölkerung toben. © dpa
Den Anschlägen folgt das politische Erdbeben: Der in den Umfragen lange abgeschlagene Sozialist Jose Luis Zapatero gewinnt die Wahl. Seine Regierung beugt sich den Forderungen der Terroristen und zieht die spanischen Truppen aus dem Irak ab. © dpa
1. September 2004, Russland: Mehr als 30 tschetschenische Terroristen überfallen eine Schule in Beslan, einer Kleinstadt in Nordossetien. © dpa
Sie nehmen 1128 Menschen als Geiseln, darunter Schulanfänger, Lehrer und Eltern.  © dpa
Die Terroristen - Männer und Frauen - sind schwer bewaffnet, einige sind mit Sprengstoffgürteln für Selbstmordattentate ausgerüstet. Sie zwingen die Geiseln im eigenen Kot und Urin zu kauern, sie verweigern ihnen Nahrung und Wasser. © dpa
Abermals steckt der tschetschenische Warlord Schamil Bassajew hinter der Aktion. Der meistgesuchte Mann Russlands will Präsident Wladimir Putin abermals zum Abzug aus Tschetschenien zwingen. © dpa
Doch Putin schließt - wie schon bei der Geiselnahme in Moskau - Zugeständnisse an die Terroristen kategorisch aus. Er schickt Spezialeinheiten der Polizei und der Armee nach Beslan. Tagelang laufen Verhandlungen zwischen Regierung und Geiselnehmern. © dpa
Am Mittag des 3. September ereignet sich in der Turnhalle der Schule plötzlich eine Explosion. Wie es dazu kam ist bis heute unklar. © dpa
Die Lage eskaliert: Geiseln rennen panisch aus der Schule, die Terroristen eröffnen das Feuer auf die Fliehenden. © dpa
Die russischen Spezialeinheiten schießen zurück. © dpa
Dann stürmen die Einsatzkräfte das Schulgebäude. © dpa
Inmitten der Feuergefechte bringen Soldaten die fliehenden Geiseln in Sicherheit. © dpa
Das Geiseldrama endet in einem Blutbad. 704 Menschen werden verletzt, in einem Leichenschauhaus werden später 394 Tote gezählt. 27 Geiselnehmer (darunter zwei Frauen), sterben im Feuergefecht. Zwei weitere werden von Militärs bei der Festnahme getötet. Ein Geiselnehmer wird lebend festgenommen.  © dpa
Zwei Jahre später folgt Putins Rache am Terrorfürsten Bassajew: Der Drahzieher der Geiseldramen von Moskau und Beslan wirde von einer Spezialeinheit der russischen Armee getötet. © dpa
7. Juli 2005, Großbritannien: Im Laufe des Morgens explodieren im Londoner Nahverkehr nacheinander vier Bomben. © dpa
Drei Sprengsätze explodieren gegen 8.50 Uhr in U-Bahn-Zügen. Die Bomben reißen insgesamt 42 Menschen in den Tod. © dpa
In der Stadt bricht Panik aus. Verletzte Menschen rennen aus U-Bahn-Schächten. © dpa
Eine vierte Explosion zerreißt um 9.47 Uhr einen Doppeldeckerbus am Tavistock Square und tötet 13 Menschen. Insgesamt sterben bei den koordinierten Anschlägen 55 Menschen. © dpa
Die vier Terroristen sprengen sich bei den Anschlägen selbst in die Luft. Ihtre Identität wird später über Videoaufnahmen geklärt. Drei der vier Täter waren Briten pakistanischen Ursprungs, die aus dem Raum Leeds stammten. © dpa
27. Dezember 2007, Pakistan: Benazir Bhutto, Pakistans frühere Premierministerin, kehrt im Oktober 2007 aus dem politischen Exil in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Land zurück. Bald etabliert sie sich als Oppositionsführerin. © dpa
Bhutto und Pakistans Machthaber Pervez Musharraf (Foto) verhandeln einen Kompromiss, wonach Bhutto wieder Premierministerin werden soll und Musharraf Präsident bleiben kann. © dpa
Doch zwei Wochen vor dem geplanten Termin für die Parlamentswahl wird Bhutto am 27. Dezember 2007 nach einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi bei einem Attentat ermordet. © dpa
Dem pakistanischen Innenministerium zufolge schoss ein Attentäter am Ende der Wahlkampfveranstaltung zunächst dreimal in die Menge, bevor er sich selbst in die Luft sprengte. Durch die Druckwelle sei Bhutto mit dem Kopf gegen einen Hebel des Verdecks geschleudert worden. Dabei habe sie sich einen tödlichen Schädelbruch zugezogen. © dpa
Doch Bhuttos Anhänger behaupten, sie sei durch einen Schuss in den Kopf getötet worden. Ein Sprecher von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei spricht gar von einem „gezielten Mord durch einen Scharfschützen“. © dpa
Brachten die pakistanische Regierung und Musharraf im Besonderen ihre unbequeme Gegnerin um? Nach Bhuttos Ermordung wird ihr Tod weltweit als Verlust für die Demokratie in Pakistan beklagt. Das Bild zeigt die Schlagzeilen indischer Zeitungen. © dpa
26. November 2008, Indien: In der Finanzmetropole Mumbai (Bombay) beginnt eine tagelange Terrorserie, in deren Verlauf mindestens 195 Menschen getötet werden - darunter ein Deutscher. © dpa
Am 26. November, einem Mittwoch, verüben islamistische Terroristen, die sich „Deccan Mujahideen“ nennen, eine Reihe von Anschlägen. Mit Schnellfeuergewehren, Handgranaten und Sprengstoff greifen sie Touristen im südlichen Teil Mumbais an. © dpa
Unter anderem eröffnen sie wahllos das Feuer auf Gäste des beliebten Café Leopold.   © AP
Später greifen sie Menschen in einer jüdischen Einrichtung im „Nariman House“ an.  © dpa
Auch das Taj Mahal Palace Hotel wird ein Ziel der Terroristen. Durch ein von ihnen gelegtes Feuer wird das Hotel schwer beschädigt. © dpa
Im Hotel halten die Angreifer dutzende Geiseln fest. Die Terroristen liefern sich Feuergefechte mit indischen Spezialeinheiten. © dpa
Erst in den frühen Morgenstunden des 29. November sind die Angreifer ausgeschaltet. Nach tagelangen Gefechten sind alle Terroristen erschossen - bis auf einen. © dpa
Der 21-Jährge Ajmal Amir Kasab kommt in Haft. Er legt in seiner Verhandlung ein umfassendes Geständnis ab und erklärt sich der Taten für schuldig. © dpa
Bei den dreitägigen Terrorangriffen von Mumbai kommen 195 Menschen ums Leben, mindestens 295 Menschen werden verletzt. © dpa
29. März 2010: In zwei Zügen der Moskauer U-Bahn sprengen sich zwei Selbstmord- Attentäterinnen in die Luft. © dpa
Die Frauen aus der Teilrepublik Dagestan reißen 40 Menschen mit in den Tod. © dpa
Mehr als 70 Fahrgäste werden verletzt. © dpa
24. Januar 2011: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo in die Luft. © dpa
Bei dem Anschlag sterben 35 Menschen, darunter auch ein Deutscher. 180 Menschen werden verletzt. © dpa
Wie gefährlich sind Bin Laden und die Al Qaida fast zehn Jahre nach dem 11. September 2001? Bin Laden, Drahtzieher der Anschläger von New York und Washington, ist zwar immer noch in Freiheit. Doch dass er ein zweites 9/11 in Auftrag geben kann halten Terrorismus-Experten für unwahrscheinlich. © dpa
Rohan Gunaratna, renommierter Al-Qaida-Kenner aus Singapur (Foto) meint in einer aktuellen Studie: Al Qaida sei mittlerweile „keine operative Bewegung“ mehr, sondern habe sich zu einer „Trainingseinheit und einer ideologischen Bewegung“ gewandelt. © AP
Heute wolle die Al Qaida Muslime auf der ganzen Welt radikalisieren. Deren Gedankengut hat sich wie ein Virus auf der gesamten Welt verbreitet. Gunaratna schreibt: „Lokale Einheiten, die den Namen Al Qaida übernehmen, werden 2009 zu einem Trend.“ © dpa/Intelcenter
Heißt konkret: Eine hochorganisierte Al Qaida, bei der Bin Laden aus einer Höhle heraus Anschläge auf der ganzen Welt koordiniert, gibt es nicht. Doch islamistische Gruppen auf der ganzen Welt übernehmen die fanatische Ideologie der Gruppe. Sie können auf eigene Faust Terroranschläge planen und ausführen. © dpa
Unter dem Al-Qaida-Banner haben sich Islamisten auf der ganzen Welt zusammengeschlossen. Gunaratna: „Al Qaida hat, durch das Schmieden einer Allianz von mehr als 40 dschihadistischen Gruppen und die Indoktrination von Muslimen eine Bewegung erschaffen, die überall versucht, islamische Staaten zu schaffen.“ © dpa/Intelcenter
Der Experte meint im Jahr 2009: „Terrorismus stellt auch 2009 für die meisten Länder die größte Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit dar. [...] Die wichtigste Aufgabe für die nationale Sicheheit ist es im Jahr 2009, dem politischen und religiösen Extremismus entgegenzutreten - dem Vorläufer des Terrorismus.“ © dpa
Fast zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der Krieg gegen den Terrorismus nicht gewonnen. Der Extremismus als bleibt eine Herausforderung für die freie Welt. © dpa

Der frühere britische Botschafter in Washington, Christopher Meyer, hat erklärt, Blair und der damalige US-Präsident George W. Bush hätten bereits im April 2002 eine entsprechende Vereinbarung auf Bushs Ranch in Texas “mit Blut besiegelt“. Blair sagte, er habe Bush damals zugesichert, die USA bei der Eindämmung von Saddam Hussein zu unterstützen. Zugleich habe er betont, dass London zunächst alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen wolle. Vor und nach dem Irak-Krieg seien Fehler gemacht worden, räumte Blair ein. Dass Al Kaida und der Iran eine solche Rolle spielen würden, habe niemand vermutet, erklärte Blair mit Blick auf die jahrelange Gewalt Aufständischer.

“Blair lied - thousands died“

Blair traf bereits zwei Stunden vor Beginn der Sitzung durch einen Hintereingang in dem Gebäude ein, um demonstrierenden Kriegsgegnern aus dem Weg zu gehen. Etwa 150 Demonstranten riefen vor dem Versammlungsgebäude der “Iraq Inquiry“ Parolen wie “Jail Tony“ (Inhaftiert Tony) oder “Blair lied - thousands died“ (Blair hat gelogen - tausende sind gestorben).

Der frühere Rechtsberater der britischen Regierung, Michael Wood, erklärte zuletzt vor der Kommission, der Einsatz militärischer Gewalt sei völkerrechtswidrig gewesen, da er weder vom UN-Sicherheitsrat genehmigt gewesen sei noch sonst eine rechtliche Grundlage gehabt habe. Außenminister Jack Straw habe seine Einschätzung ignoriert, sagte Wood, der damals juristischer Chefberater des Außenministeriums war.

Die Untersuchung ist die dritte und bisher umfangreichste in Großbritannien zur Aufklärung der damaligen Vorgänge. Die Kommission strebt keine juristisch verwertbaren Ergebnisse an, doch könnte ihr Bericht die damaligen Politiker erheblich belasten. Blair ist zurzeit Beauftragter des internationalen Nahost-Quartetts.

DAPD

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