US-Bürger stirbt

Tote bei Anti-Mursi-Protesten in Ägypten

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Menschen gingen auf die Straße, um gegen Mohammed Mursi zu protestieren.

Kairo - Mit Großdemonstrationen will eine Protestbewegung in Ägypten den islamistischen Präsidenten Mursi am Jahrestag seines Amtsantritts zu Fall bringen. Ausländer verlassen in Scharen das Land. Drei Menschen sterben.

Vor den Großdemonstrationen gegen Ägyptens Präsidenten Mohammed Mursi wächst die Furcht vor einer gefährlichen Eskalation. US-Präsident Barack Obama äußerte sich am Samstag besorgt über die neue Gewalt und rief die ägyptischen Behörden auf, für die Sicherheit der amerikanischen Botschaft und der Konsulate zu sorgen. Zahlreiche Ausländer verließen in voll besetzten Flugzeugen das Land. An diesem Sonntag will eine Protestbewegung den Islamisten Mursi mit Millionen Unterschriften zum Rücktritt zwingen. Anlass ist er erste Jahrestag seiner Vereidigung am 30. Juni.

Bei Protesten gegen den islamistischen Präsidenten waren bereits am Freitag mindestens drei Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Unter den Toten war laut Medienberichten auch ein 21-jähriger US-Student. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde er in Alexandria von einem zunächst nicht identifizierten Mann mit einem großen Messer in die Brust gestochen, als er Demonstranten fotografierte.

Obama forderte am Samstag während eines Besuchs in Südafrika, Demonstranten und Sicherheitskräfte sollten Zurückhaltung üben und der Gewalt abschwören. „Wir unterstützen friedliche Proteste und friedliche Methoden, im Land Wandel zu schaffen“, sagte er nach einem Gespräch mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma in Pretoria. Allerdings wolle er in dem Konflikt keine Partei ergreifen. „Das ägyptische Volk muss seinen Weg finden ... .“

In Kairo und anderen Städten herrschte am Wochenende zunächst angespannte Ruhe. Auf dem zentralen Tahrir-Platz kampierten Mursi-Gegner sowie auch in der Nähe des Präsidentenpalastes im Stadtteil Heliopolis. Unterstützer des Präsidenten sammelten sich vor der nicht weit vom Amtssitz des Präsidenten entfernten Rabea-al-Adawija-Moschee. Mursi hat den Palast bereits verlassen.

Auf dem internationalen Flughafen in Kairo herrschte dagegen Hochbetrieb. Sämtliche Flüge in die USA, nach Europa und in die Golfstaaten waren nach Angaben aus Sicherheitskreisen ausgebucht. Auch Mitarbeiter und Familienangehörige der US-Botschaft - insgesamt 45 Personen - verließen den Angaben nach das Land unter anderem in einer Maschine nach Frankfurt/Main. Das US-Außenministerium warnte Amerikaner vor nicht unbedingt nötigen Reisen nach Ägypten.

Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsbürgern „nachdrücklich“, während und nach den angekündigten Großdemonstrationen „besondere Vorsicht walten zu lassen und den jeweiligen Einzugsbereich der Demonstrationen (für Kairo insbesondere die Innenstadt und Heliopolis) weiträumig zu meiden“.

Das Oberhaupt der koptischen Christen, Tawadros II., rief Ägyptens Regierung und Opposition zur Zusammenarbeit auf. „Ägypten braucht heute jeden einzelnen Ägypter“, erklärte er über den Kurznachrichtendienst Twitter. Kopten stellen in Ägypten etwa zehn Prozent der Bevölkerung.

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Die Muslimbruderschaft - aus der Mursi stammt - machte „Schläger und Kriminelle“ für die jüngste Gewalt verantwortlich. Sie seien vom alten Regime unter dem Deckmantel einiger Oppositionsgruppen angeheuert worden, um Unruhe zu stiften, erklärten die Islamisten.

Ziel der Opposition ist der Rücktritt Mursis. Die islamistische Führung des Landes lehnt Neuwahlen aber ab. Beobachter rechnen daher am Sonntag mit einer Konfrontation. Mursi war 2012 bei der ersten freien Präsidentschaftswahl mit knapper Mehrheit gewählt worden. Die Protestbewegung will nun mehr als 20 Millionen Unterschriften von Bürgern übergeben, die die Absetzung Mursis und Neuwahlen fordern.

dpa

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