"Wir können nichts dagegen tun"

Wahlkampf: Tote Hosen fühlen sich missbraucht

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Sänger Campino und die Toten Hosen wollen ihre Musik nicht auf Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt sehen.

Düsseldorf - Die Düsseldorfer Punkband "Die Toten Hosen" hat sich von der Verwendung ihrer Musik im Bundestagswahlkampf distanziert.

"In letzter Zeit sind wir mehrmals darauf aufmerksam gemacht worden, dass unser Lied 'Tage wie diese' immer wieder auf verschiedenen Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt wird, vor allen Dingen bei CDU und SPD", heißt es in einem aktuellen Newsletter der Band, der AFP am Mittwoch vorlag. Die Rechtslage sei "leider so, dass wir dagegen nichts tun können".

Weiter schreiben Die Toten Hosen, sie hätten "nie ein Problem damit gehabt, wenn unser Lied vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest den unterschiedlichsten Menschen Freude bereitet". "Wir empfinden es aber als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft." Hier werde die Musik der Band "klar missbraucht und von Leuten vereinnahmt, die uns in keiner Weise nahe stehen".

Bundestagswahl: Diese Koalitionen sind möglich

SCHWARZ-GELB: Trotz aller Probleme streben Union und FDP eine Fortsetzung ihrer Koalition an - zumindest offiziell ist das für beide das alleinige Ziel. Die Chancen sind zuletzt gestiegen: Die lange schwächelnde FDP hat die Fünf-Prozent-Hürde erreicht, und beide zusammen liegen bei 45 bis 47 Prozent - in einigen Umfragen reicht das, allerdings nur knapp. Anders als 2009 kann die Union nach einer Wahlrechtsreform nicht mehr auf zusätzliche Überhangmandate hoffen. © dpa
ROT-GRÜN: SPD und Grüne haben sich ebenfalls klar zueinander bekannt, auch wenn eine rot-grüne Aufbruchstimmung wie 1998 nicht zu spüren ist. Die Chancen stehen derzeit aber schlecht: In den Umfragen liegen beide zusammen bei 35 bis 41 Prozent, was bei weitem nicht reicht. Allerdings sind viele Wahlberechtigte noch unentschlossen. Vor allem das Potenzial der SPD sehen Wahlforscher noch nicht ausgeschöpft. Sie hofft, die Unentschlossenen noch zu mobilisieren. © picture alliance / dpa
GROSSE KOALITION: Sie ist die von einer Mehrheit der Deutschen gewünschte Koalition - und derzeit die wahrscheinlichste. Bisher gab es dieses Bündnis 1966 bis 1969 und 2005 bis 2009. Beim letzten Mal hat die Zusammenarbeit der großen Parteien vor allem die SPD Sympathien gekostet, weshalb sie nun heftig gegen diese Variante wettert. Sie hat ein solches Bündnis aber auch nicht eindeutig ausgeschlossen. Nur Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat klar erklärt, nicht Minister unter einer Kanzlerin Angela Merkel zu werden. © dpa
SCHWARZ-GRÜN: Dieses Bündnis hätte derzeit eine Mehrheit. Aber nach dem Scheitern in Hamburg ist die Faszination dafür verflogen. In Energiefragen und bei der Bekämpfung der Euro-Krise liegen Welten zwischen den Parteien, wie vor allem die Grünen immer wieder betonen. Falls es aber für Rot-Grün oder eine Ampel nicht reicht, könnte diese Option für die Grünen interessant werden, um eine große Koalition zu verhindern. Doch würde ihre Basis mitmachen? © dpa
AMPEL: Sie galt zeitweise als einziger Weg, um Steinbrück ins Kanzleramt zu verhelfen. Inzwischen sehen die Umfragen aber nicht einmal für dieses Dreierbündnis eine Mehrheit. Ohnehin gilt es als sehr unwahrscheinlich. Denn FDP und Grüne können sich nicht riechen - in den Bundesländern sind solche Bündnisse auch immer gescheitert. Noch wichtiger: Die FDP will eine Ampel kurz vor der Wahl voraussichtlich mit einem offiziellen Beschluss ausschließen. © picture alliance / dpa
ROT-GRÜN-ROT: Nach den Umfragen wäre dies derzeit das einzige Bündnis, mit dem die SPD vielleicht den Kanzler stellen könnte - zumindest nach einigen Erhebungen. Die Spitzen von SPD und Grünen haben eine solche Koalition jedoch strikt ausgeschlossen - auch wenn der linke SPD-Flügel die Option gern offen gehalten hätte. Die Linke wiederum plädiert für ein rot-rot-grünes Bündnis, lehnt eine Tolerierung von Rot-Grün aber ab. © dpa

"Die Gefahr, dass Menschen auf die Idee kommen können, dass es eine Verbindung zwischen der Band und den dort beworbenen Inhalten gibt, macht uns wütend", heißt es in dem Newsletter. "Es wäre in unseren Augen ein Zeichen des Anstands gewesen, uns vorher zu fragen, ob wir ein Problem mit der Verwendung unserer Musik bei diesen Abenden haben und zu respektieren, wenn wir das nicht wollen."

afp

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