Traditionell und preisstabil: Weihnachtsbaumsaison eröffnet

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Himmelpforten. Knapp drei Wochen vor Beginn der Adventszeit herrscht auf den Höfen der norddeutschen Weihnachtsbaumproduzenten Hochbetrieb. Weihnachtsbaumkönigin Katharina Püning eröffnet die Saison auf Gut Kuhla im niedersächsischen Landkreis Stade.

Naturnah mit Tannenzapfen und getrockneten Orangenscheiben oder traditionell mit rot-weißen Bändern und Zuckerstangen: Das könnten die Weihnachtsbaumtrends des Jahres werden. So zumindest sieht es die Prognose des Fachverbands Deutscher Floristen. Für welche Dekoration sich die Menschen am Ende entscheiden, der beliebteste Baum der Deutschen, die Nordmanntanne, soll jedenfalls nicht teurer werden.

Der laufende Meter werde wie in den Vorjahren 16 bis 22,50 Euro kosten. Dies kündigte der Vorsitzende des Verbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Niedersachsen, Hamburg und Bremen, Bernd Oelkers, bei der Saisoneröffnung am Dienstag auf Gut Kuhla in Himmelpforten an. Für Blaufichten müssten Käufer aber mit 10 bis 14 Euro etwas mehr ausgeben als 2012. Der Anbau von Blaufichten gehe seit Jahren zurück, es gebe aber einen festen Kreis von Liebhabern des Baumes, begründete Oelkers die Entwicklung.

Die Meisterfloristin vom Fachverband Deutscher Floristen, Brigitte Feldkamp, sagt, sie würde sich privat am ehesten für eine naturnahe Dekoration entscheiden. „Mal den Kommerz ein bisschen runterfahren und sehen, was die Natur uns bietet.“

Deutschland habe nach wie vor eine besonders enge Verbindung zum Weihnachtsbaum, betonte Oelkers. 45 Prozent aller in Europa verkauften Exemplare werden in Deutschland aufgestellt. Der Umsatz mit Bäumen und Schnittgrün liegt zwischen 450 und 480 Millionen Euro. „Es gibt keine Schwankungen“, sagt der Verbandschef. Der Marktanteil von Plastiktannen in Deutschland sei bisher nicht über drei bis vier Prozent hinausgekommen, sagt Oelkers und sein Gesichtsausdruck fügt stumm hinzu: zum Glück.

Manche Landwirte in Norddeutschland sind zum Anbau von Nordmanntannen nur aus purer Not gekommen. Otto von Gruben, der mit seiner Familie das uralte Gut Kuhla im Landkreis Stade bewirtschaftet, stieg vor gut 20 Jahren zunächst mit wenig Erfolg in das Geschäft ein. Damals habe er wegen des Preisverfalls bei Getreide vor der Entscheidung gestanden aufzugeben oder etwas Neues zu probieren und unter anderem auf Weihnachtsbäume zu setzen. „Das habe ich völlig unterschätzt“, sagt von Gruben. Erst Jahre später in den USA habe er gelernt, wie es geht. „Man muss sich um jeden einzelnen Baum kümmern.“ Das reiche von individueller Düngung bis zum Beschneiden und dem Schutz der empfindlichen Spitzen vor dem Abknicken. Alles völlig anders als das, was er als Ackerbauer gelernt hatte.

Weil jeder Baum sieben bis zehn Jahre wachsen muss, bis er eine Weihnachtsstube schmücken kann, plant von Gruben langfristig. In diesem Jahr sind 55.000 Bäumchen auf 8,5 Hektar Fläche neu gesetzt worden. Jetzt ist die aktuelle Ernte voll angelaufen. Auf dem Hof werden ganze Lastwagen beladen, zunächst für den Export. „Die gehen nach London zur Versteigerung“, sagt der studierte Jurist von Gruben. Die Ware für die Verkaufsstellen in Norddeutschland sei in den nächsten Wochen dran, frisch vom Feld. (dpa)

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