Dramatische Szene an Grenze Mazedonien/Griechenland

Tränengas gegen Flüchtlinge: Präsident verteidigt Einsatz

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Dramatische Szenen an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland: Am Montag setzte die mazedonische Polizei gegen den Ansturm der Flüchtlinge Tränengas ein. Die Menschen, darunter Frauen und Kinder, flohen in Panik vor der Tränengas-Attacke.

Berlin - Der mazedonische Präsident Ivanov hat das Vorgehen seines Landes gegen Flüchtlinge am Grenzzaun zu Griechenland verteidigt. Am Montag wurde gegen die Flüchtlinge - darunter Kinder - Tränengas eingesetzt.

„Wir haben unsere eigenen Entscheidungen getroffen. In Zeiten der Krise muss jedes Land seine eigenen Lösungen finden“, sagte Djordje Ivanov am Montag „Spiegel Online“. Wenn sein Land auf EU-Vorgaben gewartet hätte, „wäre Mazedonien mit Flüchtlingen überschwemmt worden“.

Ähnlich wie andere Staaten entlang der Balkanroute hat Mazedonien Tageshöchstgrenzen für die Einreise von Flüchtlingen eingeführt. Nur noch vereinzelt werden Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak ins Land gelassen.

Tränengas gegen Flüchtlinge: Die Menschen retteten sich in Panik vor dem beißenden Gas.

Am Montag kam es am Grenzzaun zwischen Mazedonien und Griechenland zu schweren Zusammenstößen. Eine große Gruppe von Flüchtlingen hatte versucht, eine Grenzanlage zu stürmen und den Grenzzaun niederzureißen. Unter den Flüchtlingen, die sich mit Gewalt Zugang auf mazedonischen Boden verschaffen wollten, waren auch Familien mit Kindern. Ungeachtet dessen setzte die mazedonische Polizei gegen die Flüchtlinge massiv Tränengas ein.

„Solche Entscheidungen werden zusammen mit Polizeibehörden entlang der Balkanroute getroffen“, sagte Ivanov. Sollte Österreich seine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen erreichen, bedeute das die Schließung der Balkanroute. „Immer wenn ein Land weiter nördlich seine Grenze schließt, machen wir hier dasselbe.“

Zugleich betonte er: „Geschlossene Grenzen liegen sicher nicht in unserem Interesse.“ Für die Politik Angela Merkels zeigt Ivanov Verständnis: „Die Entscheidung von Frau Merkel, die deutschen Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, war eine menschliche Geste, die respektiert werden sollte. Die Menschen kommen, weil sie in kriegsgebeutelten Gegenden alles verloren haben.“

Am Grenzübergang Idomeni überwand eine Gruppe von etwa 300 Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien Polizeiabsperrungen und drang auf die Bahnstrecke von Griechenland nach Mazedonien vor. Die Menschen versuchten, Stacheldrahtabsperrungen niederzureißen und riefen "Macht die Grenzen auf!".

dpa/js

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