Der neue Klosterkammerpräsident Biallas will das Ansehen der Behörde verbessern

Transparent und flexibel

Werben um mehr Verständnis: Der neue Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas. Foto: dpa

Hannover. Die Klosterkammer Hannover muss aus der Sicht ihres neuen Präsidenten Hans-Christian Biallas flexibler und transparenter werden. „Eine breite Öffentlichkeit muss detaillierte Kenntnis von der Klosterkammer erhalten, damit ein größeres Verständnis für Auftrag und Erfolg möglich wird“, sagte Biallas der Nachrichtenagentur dpa. Die Klosterkammer habe sich in der Vergangenheit an dem Prinzip Nicht-Öffentlichkeit orientiert – dies müsse sich ändern. „Wir müssen den Menschen erklären, wofür das Geld ausgegeben wird. Das ist eine große Aufgabe.“

„Wir sind nicht nur Treuhänderin eines 680-Millionen-Euro-Vermögens, sondern verantwortlich für die Pflege eines bedeutsamen Kulturerbes, eines Kerns niedersächsischer Identität“, betonte Biallas. Daher bedürfe es eines „offensiven und umfassenden Kommunikationskonzeptes“, das nach innen und außen wirke.

Kuratorium geplant

Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu verbessern, hält Biallas zudem die Einrichtung eines Kuratoriums für sinnvoll. „Dies könnte unter anderem zu einer stärkeren Profilierung der Förderpolitik führen.“ Auch wären dem Kuratorium Entscheidungen über Förderanträge größeren Volumens, etwa ab 100 000 Euro, vorbehalten. Gegebenenfalls sei für die zu wählende Verfahrensform jedoch ein Gesetz notwendig.

Nach den massiv kritisierten Erbpachtverträge will Biallas das angekratzte Image der Behörde aufpolieren. „Daran arbeiten wir jetzt“, sagte er. Rechtlich sei das Verfahren nicht zu beanstanden. „Wir sind zwar schon transparenter geworden, aber was die Zinssätze angeht, müssen wir noch flexibler werden.“ Natürlich könne er verstehen, dass jemand bei der Anpassung alter Erbpachtverträge geschockt ist. „Wenn die Bürger jedoch merken, was mit dem Geld gemacht wird, steigt die Akzeptanz.“

Zudem müsse die Klosterkammer ihren Kunden ermöglichen, ihre Pacht auch monatlich zahlen zu können. Bislang mussten sie jährlich oder auf Antrag vierteljährlich zahlen. Dadurch würden die Beiträge vergleichbarer mit denen bei Banken. Das Wissenschaftsministerium müsse die Neuregelung noch genehmigen.

Die jüngst von der SPD im Landtag geforderte Befristung der Präsidentschaft auf fünf Jahre ist aus der Sicht von Biallas nicht möglich. Die Klosterkammer sei als staatliche Behörde mit Stiftungsaufgaben ein Sonderfall, bei der nicht einfach ein Geschäftsführer eingesetzt werden könne. (lni)

Von Marco Hadem

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