Kanzlerin Merkel würdigt SPD-Politiker

Reaktionen auf Tod von Peter Struck

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den gestorben SPD-Politiker Peter Struck als „bedeutenden Parlamentarier und großen Sozialdemokraten“ gewürdigt.

Berlin - Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat bestürzt auf den Tod seines früheren SPD-Amtskollegen Peter Struck reagiert. Auch Kanzlerin Merkel und Verteidigungsminister de Maizière zeigten sich geschockt.

„Der überraschende Tod von Peter Struck hat mich tief getroffen“, erklärte Kauder am Mittwoch in Berlin. Im Namen seiner Fraktion sprach er Strucks Familie sein Beileid aus.

„Peter Struck ist in der Zeit der großen Koalition zu einem verlässlichen Freund und Wegbegleiter geworden“, erinnerte Kauder an die Zusammenarbeit mit dem Duzfreund in der Zeit von 2005 bis 2009. Struck habe sich um das Land als aufrechter Demokrat verdient gemacht. Als Verteidigungsminister habe Struck die Bundeswehr in schwierigen Zeiten sicher geführt, hob Kauder hervor.

Merkel: Struck war großer Sozialdemokrat

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den gestorben SPD-Politiker Peter Struck als „bedeutenden Parlamentarier und großen Sozialdemokraten“ gewürdigt. Die Nachricht von seinem Tode erfülle sie mit großer Trauer, erklärte Merkel am Mittwoch. „In der Großen Koalition habe ich ihn als einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzen gelernt.“ Als Verteidigungsminister habe sich Struck hohe fachliche Anerkennung und die Wertschätzung der Soldatinnen und Soldaten erworben. Ihr Mitgefühl gelte seiner Familie, betonte Merkel.

Steinbrück: Struck hat unsere Werte gelebt

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nannte Struck „eine der prägenden Gestalten der letzten Jahrzehnte“. In seinen Ämtern als Verteidigungsminister und Fraktionsvorsitzender habe er viele Jahre sozialdemokratische Politik gestaltet und vertreten. „Mehr als das, er hat nicht nur unsere Positionen in Parlament und Regierung vertreten, er hat unsere Werte gelebt. Er war ein unverwechselbarer Charakter auf der Bühne der Politik, über die Parteigrenzen hinweg geschätzt und in der Öffentlichkeit als authentische Persönlichkeit wahrgenommen“, sagte Steinbrück.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) würdigte Struck als „großen Sozialdemokraten“. Die SPD habe immer auf ihn bauen können, teilte er am Mittwoch mit. Er hatte Struck 2002 das Amt des Verteidigungsministers übertragen. „Als Bundeskanzler habe ich eng und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet. Seine persönliche Integrität und Loyalität haben mich tief beeindruckt.“ Struck sei ein Freund der Soldaten und zuvor als Vorsitzender der SPD-Fraktion eine tragende Säule für den Erfolg der rot-grünen Koalition gewesen. „Auf sein Wort war immer Verlass. Er war ein geradliniger, verlässlicher und lebensfroher Niedersachse“, erklärte Schröder.

Trauer um Peter Struck - Ein Porträt in Bildern

Trauer um Peter Struck - Ein Porträt in Bildern

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler würdigte Struck als „einen prägenden Kopf der Politik unserer Republik“. Die Liberalen hätten Struck stets als einen geradlinigen Menschen zu schätzen gewusst, „als einen vertrauenswürdigen Politiker, der seine Sicht der Dinge offen vortrug und das Wohl der Bürger im Auge hatte“, erklärte der Bundeswirtschaftsminister. „Wir haben mit ihm manchen Strauß ausgefochten, aber auch viele Gemeinsamkeiten geteilt, wenn es darum ging, beharrlich beste Lösungen für die Sicherheit des Landes zu suchen.“

Linke-Fraktionschef Gysi würdigt Struck

Der Vorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, hat den überraschend verstorbenen Ex-Verteidigungsminister und SPD-Politiker Peter Struck gewürdigt. „Er war fleißig, engagiert und verlor nie das Gefühl für die Situation der Bevölkerung, für Menschen in Armut. Er konnte sich freundschaftlich, kollegial und solidarisch verhalten, inzwischen eher eine Rarität in der Politik“, erklärte Gysi am Mittwoch in Berlin.

Gysi sagte: „Er besaß auch Humor und war lebenslustig, fuhr - für mich völlig unverständlich - gerne Motorrad. Wir sollten versuchen, ihn mit seiner Lebenslust in Erinnerung zu behalten.“

De Maizière: Tiefe Trauer über Strucks Tod

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat mit großer Trauer auf den Tod seines Amtsvorgängers Peter Struck reagiert. „Die Nachricht vom Tode Peter Strucks erfüllt mich mit tiefster Trauer“, erklärte de Maizière am Mittwoch in Berlin. „Mit ihm verliert Deutschland einen aufrechten und authentischen Charakter, der wie kaum ein anderer die Verteidigungspolitik des Landes verkörpert hat.“ Er habe die Soldaten gemocht und sie ihn. „Die Gedanken der ganzen Bundeswehr und meine eigenen sind in dieser schweren Stunde bei den Angehörigen“.

Gabriel: Struck war verlässlicher Wegbegleiter

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich erschüttert gezeigt vom plötzlichen Tod des früheren Verteidigungsministers Peter Struck. „Mit ihm verlieren wir einen großen Sozialdemokraten aus unseren Reihen“, teilte Gabriel am Mittwoch mit. „Für mich persönlich war Peter Struck ein verlässlicher und prinzipientreuer Wegbegleiter - in allen seinen hohen Ämtern und Funktionen.“ Struck werde immer in Erinnerung bleiben als Mann klarer Worte, aber eben auch geradlinig mit großen Überzeugungen. „Er war ein großer Sozialdemokrat und ein großer sozialer Demokrat. Ich verneige mich vor ihm in Dankbarkeit für alle Mitglieder der SPD.“

Grüne im Bundestag trauern um Struck

Die Vorsitzenden der Grünen im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, haben betroffen auf den Tod des SPD-Politikers Peter Struck reagiert. „In Peter Struck verliert unser Land einen großen Sozialdemokraten und leidenschaftlichen Parlamentarier“, erklärten sie am Mittwoch in Berlin. Als Vorsitzender der SPD-Fraktion von 1998 bis 2002 und danach als Bundesminister der Verteidigung habe Struck entscheidend zum Zustandekommen und Erfolg der rot-grünen Regierungskoalition beigetragen. „Wir erinnern uns mit Dankbarkeit an eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit“, erklärten sie.

Struck war am Mittwoch im Alter von 69 Jahren nach einem Herzinfarkt in einem Berliner Krankenhaus gestorben.

dapd/dpa

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