Trauerfeier: Ministerpräsident würdigt Landrat Buttes Bürgernähe

Hameln. Knapp zwei Wochen nach seinem gewaltsamen Tod haben mehr als 800 Menschen Abschied von Landrat Rüdiger Butte genommen.

Bei der bewegenden Trauerfeier im Theater Hameln würdigte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch die Verdienste des 63-Jährigen: „Er fühlte sich als Bürger unter Bürgern.“ Ein Grund für seine Beliebtheit sei seine offene, zugewandte Art gewesen. Es sei besonders bitter, dass Rüdiger Butte dieser besonders sympathische Teil seiner Persönlichkeit zum Verhängnis wurde, sagte Weil.

Der Verwaltungschef war am 26. April in seinem Büro von einem Rentner erschossen worden. Der 74-Jährige tauchte ohne einen Termin im Kreishaus auf, Butte bat ihn in sein Büro. Nach den tödlichen Schüssen auf den Landrat tötete der Mörder sich selbst. Der Mann war bereits früher wegen illegalen Waffenbesitzes und Gewaltdelikten aufgefallen. Als Motiv wird unter anderem eine drohende Zwangsräumung vermutet.

Der Mord hatte in ganz Niedersachsen und darüber hinaus Bestürzung ausgelöst. Vor dem Kreishaus liegen noch immer Blumen und sind Kerzen aufgestellt. Die Trauerfeier mit 700 geladenen Gästen am Mittwoch wurde über eine Großbildleinwand in die benachbarte Weserberglandhalle übertragen. Zahlreiche Bürger kamen, um dem Landrat die letzte Ehre zu erweisen. „Er gehörte einfach ins Stadtbild“, erinnerte sich eine Rentnerin.

Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann sagte vor Beginn der Feier der dpa: „Es herrscht nach wie vor Stillstand in Hameln. Der gewaltsame Tod von Rüdiger Butte hat uns alle tief erschüttert.“

Mitarbeiter bezeichneten Butte als Familienmenschen und Menschenfreund, der auf den Fluren des Kreishauses für jeden ein persönliches Wort hatte. Der frühere Leiter des Landeskriminalamts hinterlässt seine Frau, zwei erwachsene Kinder sowie mehrere Enkelkinder.

Butte war bereits am vergangenen Wochenende in seinem Heimatort Negenborn (Landkreis Holzminden) beigesetzt worden. Bernhard Reuter, Vorsitzender des Niedersächsischen Landkreistages, sprach als Redner die Sicherheit in Behörden an: „Wir werden auch nachdenken müssen über Fragen, wie wir die Sicherheit unserer Mitarbeiter erhöhen können“, sagte er. „Eine Konsequenz wäre sicher falsch: Ein Abschotten gegenüber Bürgerinnen und Bürgern.“

Indes wurden nach den Todesschüssen und dem Selbstmord des Schützen die Ermittlungen zu dem Mordfall eingestellt. Dies teilten die Ermittlungsbehörden mit. (dpa)

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