Landesforsten registrieren steigendes Interesse von Privatleuten an Parzellen

Trend zum eigenen Wald

Den eigenen Baum fällen: Privatleute wollen immer öfter ein eigenes Stück Wald kaufen. Die Landesforsten verzeichnen stetig mehr Anfragen. Foto: dpa

Göttingen. Kaminofen-Besitzer, die nicht rechtzeitig Holz bestellen, können bisweilen böse Überraschungen erleben. Im strengen Winter 2010/2011 gab es in der Region Göttingen wochenlang Liefer-Engpässe. Mancher Ofen blieb deshalb kalt. „Es gibt immer mehr Leute, die es auf gar keinen Fall soweit kommen lassen wollen“, sagt Stefan Fenner von den niedersächsischen Landesforsten. Die Folge: Das Interesse an einem eigenen Stück Wald wächst.

Bei den Landesforsten gingen mittlerweile fast täglich Anfragen ein, sagt Fenner. Inzwischen seien es Hunderte von Interessenten pro Jahr, die kleine Waldstücke zwischen einem und zwei Hektar Größe suchen, um selbst Holz machen zu können. Ganz billig ist ein solcher Kauf aber nicht. Wald sei je nach Lage und Baumbestand für Preise zwischen 15 000 und 25 000 Euro je Hektar zu haben.

„Die Wertschätzung für Holz ist in der jüngeren Vergangenheit erheblich gestiegen“, sagt Christian Wittenbecher vom Landwirtschaftsministerium. Es gebe eine deutlich steigende Nachfrage.

Die Landesforsten haben in den vergangenen Jahren rund 6400 Hektar Wald veräußert, allerdings nicht nur an Kaminofen-Besitzer. Es seien auch Käufer größerer Parzellen dabei gewesen, die Geld langfristig sicher anlegen wollen, sagt Fenner. Eine allzu große Rendite werfe Wald allerdings nicht ab.

Die Landesforsten, denen nach Angaben ihres Sprechers derzeit Flächen von etwa 330 000 Hektar Größe gehören, verkaufen allerdings nicht beliebig viel Wald. Vermarktet werden zumeist nur Flächen, die am Rand des Landeswaldes liegen oder die von Privatwald eingeschlossen sind. Im Landkreis Göttingen offerieren die Landesforsten auf ihrer Internetseite derzeit ein 13 Hektar großes Areal bei Ischenrode und ein knapp sieben Hektar großes Waldstück in der Nähe von Deiderode. Angebote gibt es aber auch in vielen anderen Landesteilen.

„Die Nachfrage ist seit Jahren größer als das Angebot“, sagt Fenner. Und in zwei Jahren werde vermutlich mit dem Waldverkauf ganz Schluss sein. Denn spätestens dann werden die Landesforsten ihre vom Land vorgegebene Aufgabe erfüllt haben: Sie müssen bis 2014 Liegenschaften für 132 Millionen Euro verkauft und das Geld an das Land abgeführt haben. Dieses Ziel sei nicht nur durch den Verkauf von Wald, sondern auch vieler nicht mehr benötigter Forsthäuser und von Bauplätzen schon fast erreicht, sagte Fenner.

Im Übrigen treten die Landesforsten auch selbst als Waldkäufer in Aktion, wenn sie passende Flächen finden. In den vergangenen Jahren haben sie nach Fenners Angaben etwa 2200 Hektar Wald erworben. „Wald ist eben eine krisenfeste Anlage“, sagt Ministeriumssprecher Wittenbecher. (lni)

Von Matthias Brunner

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