Trend zum Feiern unter freiem Himmel

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Die Diskos bleiben leer: Man trifft sich dafür in Parks, auf Parkplätzen oder auch im Wald, um dort spontan Partys zu feiern.

Hannover/Göttingen. Schon an den ersten warmen Tagen haben sie fast einen ganzen Tag durchgefeiert – draußen und mitten in der Stadt.

In den Herrenhäuser Gärten in Hannover, wo andere Menschen spazieren gehen oder picknicken, baute eine Gruppe junger Menschen eine Anlage auf und feierte fast 24 Stunden lang eine Technoparty.

Die Polizei beobachtete das Treiben mit gemischten Gefühlen, doch sie schritt nicht ein. Sie bat die Feiernden, ihren Müll wegzuräumen und kümmerte sich darum, dass die Musik nicht allzu laut wurde. Am Schluss wurde die Feier vor allem wegen Müdigkeit der Gäste beendet.

In ganz Niedersachsen verabreden sich Jugendliche im Sommer zum Feiern unter freiem Himmel. Mit einem Dieselgenerator, einem Laptop und einer Anlage kann man schon für wenig Geld genügend Lautstärke erzeugen, so als wäre man auf einem professionellen Festival. Die Einladungen zu solchen Partys im Park, auf Parkplätzen, auf Dorfwiesen oder im Wald werden häufig nur mündlich oder im Internet weitergegeben. Ein Ansturm wie von vielen Facebookpartys bekannt wollen die Veranstalter vermeiden. Es geht ihnen darum, nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Der Polizei ist das Phänomen seit Jahren bekannt – sie toleriert es zumeist, obwohl es sich oft um illegale Partys handelt. Die Grenzen zwischen legal und illegal sind hier fließend, gerade in Universitätsstädten sind solche spontanen Partys nichts Ungewöhnliches. „Wir haben tausende Studenten hier, da ist es nichts Besonderes, wenn sich diese spontan zum Feiern verabreden“, meint ein Polizeisprecher aus Göttingen.

Und in Hannover sagt ein Polizeisprecher: „Es ist ja erstmal nicht verboten, sich in der Öffentlichkeit zu treffen und gemeinsam zu feiern, solange keine Gesetze gebrochen werden.“ Dass manche Partys noch nicht einmal angemeldet sind, ärgert die Polizei aber. Trotzdem bricht sie solch eine Fete nicht zwangsläufig ab. „Wir entscheiden von Fall zu Fall unterschiedlich.“

Damit die Partys friedlich bleiben, arbeiten viele Veranstalter inzwischen freiwillig mit der Polizei und dem Ordnungsamt zusammen und sagen vorher Bescheid. „Bis jetzt konnten wir jeden Flash-Mob und jede Spontanparty ohne Gefährdung der öffentlichen Sicherheit regeln“, berichtet Udo Möller, einer der Sprecher der Stadt Hannover.

Und auch das Lärmproblem haben einige Veranstalter inzwischen in den Griff bekommen. Sie verbinden ihre Musikanlage einfach mit einem Funksender, die Partygäste können dann über ein Miniradio und Kopfhörer die Musik so laut machen, wie sie möchten. Außer dem Stampfen der Füße hört man dann gar nichts mehr. (lni)

Von Constantin Alexander

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