Trotz Missständen: CDU und SPD pro "Gorch Fock"

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Das Bundeswehr-Schulschiff "Gorch Fock".

Berlin - Verteidigungsexperten von CDU und SPD plädieren trotz der bekanntgewordenen Missstände auf der “Gorch Fock“ deutlich für den Verbleib des Schulschiffes in der Bundeswehr.

Zugleich kritisierte die SPD am Mittwoch in Berlin nach einer Sitzung des Verteidigungsauschusses des Bundestags scharf das Vorgehen von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Aufklärung der Affäre um Drill auf dem Schiff.

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Guttenberg äußerte sich in dem nichtöffentlichen Ausschuss auch zu den Affären um geöffnete Feldpost und die Informationspannen nach dem Tod eines Soldaten in Afghanistan. Nach Teilnehmer-Angaben soll er die Opposition wenig respektvoll behandelt haben. Der SPD-Politiker Rainer Arnold sagte: “Der Minister tät gut daran, das Verhältnis zum Verteidigungsausschuss auf eine bessere, solidere Basis zu stellen.“ Guttenberg habe auf Kritik äußerst dünnhäutitg reagiert.

Arnold sagte, auch wenn es Versäumnisse gegeben habe - das Schiff sei ein “Schmuckstück“, die Qualität der Führung müsse sich aber an diesem hohen Anspruch messen lassen. “Dies halte ich für lösbar (...) Die Missstände können behoben werden.“ Der CDU-Politiker Ernst-Reinhard Beck sagte, die “Gorch Fock“ habe als Sympathieträger eine überragende Bedeutung für die Bundeswehr und ihre Attraktivität.

Guttenberg: Der "Top Gun"-Minister a.D.

Er sieht aus wie Hollywood-Star Tom Cruise im Action-Film "Top Gun": Verteidigungsminister a.D. Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der Grund für diesen coolen Auftritt?  © AP
Guttenberg ist auf dem Flugzeugträger "USS Harry S. Truman" an einem unbekannten Ort im Mittelmeer südlich von Sizilien gelandet. © AP
Die USS Harry S. Truman (CVN-75) ist der achte Flugzeugträger der atomgetriebenen Nimitz-Klasse der US Navy. © AP
Laut Verteidigungsministerium ist dieser Einsatz auch im deutschen Interesse. Denn die Bundeswehr-Fregatte "Hessen" gehört zum begleitenden Konvoi des US-Flugzeugträgers. © AP
Die "Hessen" ist seit Mai als erstes deutsches Schiff Teil der US-Trägergruppe. Die begleitenden Schiffe sollen den amerikanischen Flugzeugträger vor möglichen Bedrohungen schützen. © AP
Für unseren Verteidigungsminister war es eine spektakuläre Landung: Das Fangseil bremste Guttenbergs Flugzeug in nur zwei Sekunden von 190 auf 0 km/h, berichtet die "Bild"-Zeitung.   © AP
Guttenberg erschien in kompletter Fliegermontur. © AP
Außerdem knipste er mit seinem Handy ein paar Fotos vor Ort. © AP
Der Minister im Landeanflug auf die "USS Harry S. Truman". © AP
Guttenberg beim Aktenstudium in einem Bundeswehr-Airbus A319 CJ. © dpa
Guttenberg beim Aktenstudium in einem Bundeswehr-Airbus A319 CJ. © AP
Guttenberg steigt auf dem Berliner flughafen Tegel in den Bundeswehr-Airbus A319 CJ. © dpa
Guttenberg steigt auf dem Berliner flughafen Tegel in den Bundeswehr-Airbus A319 CJ. © AP

Zur geöffneten Feldpost sagte Beck, insgesamt gebe es 900 000 Briefsendungen im Jahr. In 29 Fällen sei es nun zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Zum Tod des Soldaten durch den Schuss aus der Waffe eines Kameraden sagte er, es handele sich “um einen tragischen Unglücksfall im Großzusammenhang mit Waffenreinigung“. Es gebe keine Belege, dass mit Waffen herumgespielt worden sei. Die Bundeswehr hatte zunächst nur mitgeteilt, dass der junge Mann mit einer Schusswunde aufgefunden worden war. Fremdverschulden hatte siwe nicht angedeutet.

Arnold zog den Prozess der Entscheidung von Guttenberg zur Abberufung des Schiffskommandanten infrage. Der Minister habe sich am vergangenen Freitag gegenüber den Obleuten der Fraktionen auf Erkenntnisse in den Medien bezogen. “Die Medienberichte sind an diesem Tag aber überhaupt nicht gelaufen. Das kam erst am nächsten und übernächsten Tag in dieser Zeitung mit den großen Bildern.“ Den Parlamentariern sei auch zunächst nicht gesagt worden, dass der Kapitän aus Fürsorgegründen suspendiert wurde. “Das wurde nachgeschoben.“ Die Opposition wirft Guttenberg vor, unter dem Druck der “Bild“-Zeitung gehandelt zu haben.

dpa

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