Am 12. Juni

Trump und Kim planen historisches Treffen in Singapur

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Noch nie hat sich ein amtierender US-Präsident mit der Führung des kommunistischen Nordkoreas getroffen. Foto: Susan Walsh/AP

Immer weniger scheint direkten Verhandlungen zwischen Trump und Kim Jong Un im Weg zu stehen. Jetzt sind auch Ort und Zeitpunkt für das Treffen bekannt.

Washington/Pjöngjang (dpa) - US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wollen am 12. Juni in Singapur zu einem historischen Treffen zusammenkommen. Das gab Trump am Donnerstag via Twitter bekannt.

"Wir werden beide versuchen, dies zu einem sehr besonderen Augenblick für den Weltfrieden zu machen", schrieb Trump.

Nach Informationen aus dem US-Außenministerium laufen die Planungen für eine eintägige Veranstaltung. Allerdings gebe es die Möglichkeit, das Treffen bei Bedarf in den Folgetag hinein zu verlängern.

Mit der seit 1963 unabhängigen, ehemaligen britischen Kronkolonie Singapur wählten beide Seiten einen Stadtstaat, der für ein weitgehend friedliches Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen und Religionen auf engstem Raum bekannt ist.

Einen Monat vor dem geplanten Gipfel äußerten beide Seiten demonstrative Zuversicht. Kim sieht in dem Gipfel laut Staatsmedien eine historische Chance. Die Freilassung dreier in Nordkorea festgehaltener Amerikaner ebnete der Zusammenkunft weiter den Weg.

Trump inszenierte die Ankunft der Männer in der Nacht zum Donnerstag als Triumph. Mit Ehefrau Melania begrüßte er die drei und holte sie auf dem Stützpunkt Andrews bei Washington persönlich am Flugzeug ab.

"Wir wollen Kim Jong Un danken, der sich diesen drei unglaublichen Menschen gegenüber wirklich ausgezeichnet verhalten hat", sagte Trump. Die Freilassung sei ein Zeichen guten Willens.

Kim sagte, seine Begegnung mit Trump werde zudem ein "hervorragender erster Schritt sein, um die positive Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel zu fördern". Dies habe Kim am Mittwoch US-Außenminister Mike Pompeo gegenüber gesagt, der zur Vorbereitung des Gipfels in Pjöngjang war, berichteten Staatsmedien.

Kim und Pompeo hätten mit Blick auf den Gipfel über "praktische Dinge" gesprochen und dabei einen für beide Seiten "befriedigenden Konsens" erzielt, hieß es. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war es das erste Mal, dass die staatlichen Medien des abgeschotteten Landes offen über Kims Pläne für ein Treffen mit Trump sprachen.

Bei dem ersten Gipfel zwischen beiden Ländern geht es um eine friedliche Lösung des jahrelangen Konflikts um das Atomprogramm Nordkoreas. Washington fordert von der kommunistischen Führung in Pjöngjang den dauerhaften Verzicht auf Atomwaffen.

Als Zeichen des guten Willens hatte Nordkorea drei Amerikaner freigelassen, die in dem Land wegen des Vorwurfs staatsfeindlicher Aktivitäten inhaftiert worden waren. Sie waren zusammen mit Pompeo in die USA zurückgekommen. Kim habe einen Befehl zur Begnadigung der drei US-Bürger erteilt, hieß es in den nordkoreanischen Medien.

Washington fordert von der kommunistischen Führung in Pjöngjang den dauerhaften Verzicht auf Atomwaffen. Trump sagte: "Mein größter Stolz wird es sein, wenn wir die ganze (koreanische) Halbinsel atomwaffenfrei machen." Kim sei verhandlungsbereit und wolle sein Land nun in die "reale Welt" führen.

Die nach ein bis drei Jahren Haft freigelassenen Männer - Kim Dong Chul, Tony Kim und Kim Hak Song - waren US-Angaben zufolge bei guter Gesundheit. Einer der Freigelassenen, Kim Dong Chul, sagte nach der Ankunft laut Übersetzung: "Es ist wie ein Traum. Wir sind sehr glücklich." Er habe in Gefangenschaft viel Zwangsarbeit leisten müssen, sei aber bei Krankheit auch behandelt worden.

Nordkorea hat in den vergangenen Jahren neben einzelnen US-Bürgern auch immer wieder Südkoreaner und andere Ausländer festgenommen, in der Regel wegen des Vorwurfs "feindseliger Handlungen". Die Betroffenen spielten vor allem als potenzielle Trümpfe bei bevorstehenden Verhandlungen eine Rolle.

Der in Südkorea geborene Amerikaner Kim Dong Chul (64) wurde in Nordkorea vor zwei Jahren wegen angeblicher Umsturzversuche zu zehn Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Er war zuvor ausländischen Medienvertretern in Pjöngjang vorgeführt worden. Dabei hatte er sich selber der Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst bezichtigt. Dem US-Sender CNN hatte Kim Anfang 2016 gesagt, er sei als Chef eines Handelsunternehmens zwischen China und Nordkorea gependelt.

Kim Hak Song wurde in Nordkorea vor einem Jahr wegen des Vorwurfs feindseliger Handlungen festgenommen. Nach Berichten amerikanischer Medien arbeitete er auf einem landwirtschaftlichen Forschungsbetrieb der Pjöngjanger Universität für Wissenschaft und Technologie. Kim ist demnach ebenfalls koreanischer Abstammung und wurde in China geboren. Er soll in Kalifornien studiert und in den 2000er Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen haben.

Tony Kim wurde ebenfalls vor gut einem Jahr in Nordkorea festgenommen. Auch ihm wurde feindseliges Verhalten vorgeworfen. Kim arbeitete ebenfalls für die Pjöngjanger Universität für Wissenschaft und Technologie und lehrte dort als Dozent für Rechnungswesen.

Zuletzt hatte die Familie des gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier die Regierung Nordkoreas wegen "brutaler Folter und Mordes" verklagt. Ende 2015 war der damals 21-jährige Warmbier nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2016 starb er - er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

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