Russland reagiert positiv

Trump macht Ölmanager Tillerson zum Außenminister 

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Rex Tillerson soll Außenminister unter Donald Trumps Regierung werden. 

New York - Eine pikante Besetzung in Trumps Kabinett: Ölkonzern-Chef Tillerson wird US-Außenminister. Politische Erfahrung hat er keine, dafür engste Verbindungen nach Russland. 

Update von Dienstag, 13.12.2016, 14:50 Uhr:

Die russische Führung hofft nach der Nominierung des Ölindustriellen Rex Tillerson für den Posten des US-Außenministers auf bessere Beziehungen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow würdigte Tillerson, der als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil enge Geschäftskontakte nach Russland pflegt, als Pragmatiker. "Wir hoffen, dass dieser Pragmatismus eine gute Grundlage für den Aufbau von Beziehungen mit beiderseitigem Nutzen sein wird", zitierte die staatliche Agentur RIA Nowosti am Dienstag den Minister.

Der außenpolitische Kreml-Berater Juri Uschakow hob in einer ersten Stellungnahme insbesondere Tillersons breite Kontakte nach Russland hervor. "Russische Vertreter - und nicht nur der Präsident - pflegen gute und geschäftsmäßige Beziehungen mit Tillerson", sagte Uschakow vor Journalisten. Tillerson sei eine "sehr solide Figur", und er sei "sehr professionell in seinem Fachgebiet".

Donald Trump beruft Ölmanager zum Außenminister

Für einen der wichtigsten Posten seiner Regierung nominiert der künftige US-Präsident Donald Trump einen Ölmann mit engen Verbindungen nach Russland: Der Vorstandschef des Konzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, wird demnach Außenminister. Das teilte Trump am Dienstag in einer Erklärung mit.

Die Sender CBS und NBC berichteten bereits in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) zudem unter Berufung auf Trumps Umfeld, dass Trump dem früheren Gouverneur von Texas, Rick Perry, das Energieressort anvertraut.

Trump selbst kündigte per Twitter seine Entscheidung über den Außenministerposten für Dienstagmorgen (Ortszeit) an.

„Mächtiger und umsichtiger Fürsprecher von Amerikas wichtigen nationalen Interessen“

Trump bezeichnete Tillerson als einen der erfolgreichsten Unternehmer der Welt. „Als Außenminister wird er ein mächtiger und umsichtiger Fürsprecher von Amerikas wichtigen nationalen Interessen sein, und dazu beitragen, Jahre fehlgeleiteter Außenpolitik umzukehren, die die Sicherheit und die Rolle der USA in der Welt geschwächt haben.“

Tillerson steht seit 2006 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze von ExxonMobil. Der 64-jährige Texaner arbeitet seit Jahrzehnten für den Mineralölkonzern, der einen Umsatz von etwa 300 Milliarden US-Dollar (gut 280 Milliarden Euro) macht. Tillerson verfügt über keine politische Erfahrung, ebenso wie Trump, der am Wochenende in höchsten Tönen von ihm geschwärmt hatte.

Mitt Romney verplappert sich

Mitt Romney, der als Kandidat für das Außenamt gehandelt worden war, gab indirekt bekannt, dass er es nicht werden würde. „Es war eine Ehre, als Außenminister unseres großartigen Landes in Betracht gezogen worden zu sein“, schrieb der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat bei Facebook. Seine Gespräche mit Trump seien erfreulich und erhellend gewesen, hieß es weiter bei Romney, der sich vor der Wahl deutlich gegen den Immobilienmilliardär ausgesprochen hatte. Nach Trumps Wahlsieg hatte sich Romney zweimal mit ihm getroffen.

Tillerson hatte sich in den vergangenen Tagen zum Favoriten entwickelt. Seine Berufung zum Chefdiplomaten liegt ganz auf der Linie von Trumps Wahlkampfversprechen, das Verhältnis zu Russland zu verbessern. Tillerson hat enge Verbindungen nach Moskau und auch persönliche Bande zu Präsident Wladimir Putin, von dem er 2013 den Orden der Freundschaft erhielt. Die Treffen von Tillerson als Chef von ExxonMobil mit Putin seien stets konstruktiv gewesen, lobte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag. Trump hatte sich im Wahlkampf mehrmals positiv über Putin geäußert.

Russland-Verbindung von Tillerson sorgt für Skepsis

Tillerson könnte im Senat ein hartes Bestätigungsverfahren erwarten, obwohl die Republikaner dort eine Mehrheit haben. Mächtige Senatoren wie John McCain und Lindsey Graham haben angekündigt, sie hätten wegen seiner Russland-Verbindungen Fragen an ihn.

Russland steckt nach Einschätzung der US-Regierung von Präsident Barack Obama hinter Hackerangriffen unter anderem auf die Demokratische Partei während des Präsidentenwahlkampfs. Der Geheimdienst CIA kam nach Medienberichten vom Samstag „mit hoher Sicherheit“ zum Schluss, dass Russland durch Hackerangriffe gezielt in die Wahl eingegriffen habe, um Trump zum Sieg zu verhelfen. Der künftige Präsident wies dies als „lächerlich“ zurück.

Ähnlichkeiten zu Donald Trump

Trump hatte Perry am Montag in New York empfangen. Der 66-Jährige hatte Ende 2000 das Amt des texanischen Gouverneurs von George W. Bush übernommen, als der US-Präsident wurde, und den Bundesstaat bis Anfang des vergangenen Jahres regiert. Er war sowohl bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl als auch bei der vorherigen als Bewerber für die Nominierung der Republikanischen Partei angetreten.

In Erinnerung blieb vor allem eine TV-Debatte 2011, bei der sich Perry blamierte, als er sich an eines von drei Ministerien, die er abschaffen wollte, nicht erinnern konnte. „Ups“ entfuhr es ihm. Später fiel es ihm wieder ein: Es war das Energieministerium.

AFP

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