Stabschef Kelly räumt auf

Kommunikationschef Scaramucci räumt Posten im Weißen Haus

Anthony Scaramucci ist nach kurzen zehn Tagen im Weißen Haus seinen Posten als Kommunikationsdirektor wieder los. Foto: Andrew Harnik
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Anthony Scaramucci ist nach kurzen zehn Tagen im Weißen Haus seinen Posten als Kommunikationsdirektor wieder los. Foto: Andrew Harnik
Erstes Opfer der Trump-Regierung: Bereits Ende Januar musste Justizministerin Sally Yates gehen, nachdem sie sich kritisch über das Einreiseverbot für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern geäußert hatte. Auf Facebook schrieb Trump damals, Yates habe "das Justizministerium verraten". Foto: Pablo Martinez Monsivais
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Erstes Opfer der Trump-Regierung: Bereits Ende Januar musste Justizministerin Sally Yates gehen, nachdem sie sich kritisch über das Einreiseverbot für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern geäußert hatte. Auf Facebook schrieb Trump damals, Yates habe "das Justizministerium verraten". Foto: Pablo Martinez Monsivais
Mitte Februar "musste" dann der Sicherheitsberater von US-Präsident Trump, Michael Flynn, zurückgetreten. Flynn soll falsche Angaben über Kontakte zum russischen Botschafter in den USA gemacht haben. Foto: Carolyn Kaster
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Mitte Februar "musste" dann der Sicherheitsberater von US-Präsident Trump, Michael Flynn, zurückgetreten. Flynn soll falsche Angaben über Kontakte zum russischen Botschafter in den USA gemacht haben. Foto: Carolyn Kaster
Im Mai folgte dann ein echter Paukenschlag: Trump setzte FBI-Chef James Comey vor die Tür. Der US-Präsident soll den Comey gebeten haben, die Ermittlungen gegen Ex-Sicherheitsberater Flynn wegen verschweigender Russland-Kontakte ruhen zu lassen. Comey weigerte sich - und wurde gefeuert. Foto: Michael Reynolds
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Im Mai folgte dann ein echter Paukenschlag: Trump setzte FBI-Chef James Comey vor die Tür. Der US-Präsident soll den Comey gebeten haben, die Ermittlungen gegen Ex-Sicherheitsberater Flynn wegen verschweigender Russland-Kontakte ruhen zu lassen. Comey weigerte sich - und wurde gefeuert. Foto: Michael Reynolds
Nach turbulenten sechs Monaten im Weißen Haus ist der umstrittene US-Präsidentensprecher Sean Spicer am 21. Juli von seinem Posten zurückgetreten. Der Rückzug soll mit der Besetzung von Scaramucci zusammenhängen. Spicer soll die Entscheidung "einen großen Fehler" genannt haben. Foto: Andrew Harnik
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Nach turbulenten sechs Monaten im Weißen Haus ist der umstrittene US-Präsidentensprecher Sean Spicer am 21. Juli von seinem Posten zurückgetreten. Der Rückzug soll mit der Besetzung von Scaramucci zusammenhängen. Spicer soll die Entscheidung "einen großen Fehler" genannt haben. Foto: Andrew Harnik
Das Stühlerücken im Weißen Haus geht weiter. Trump ersetzt seinen amtierenden Stabschef mit dem Ex-General John Kelly. Zuvor hatte der Ex-Kommunikationschef Scaramucci ihn aufs heftigste beschimpft. Foto: Jim Lo Scalzo
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Das Stühlerücken im Weißen Haus geht weiter. Trump ersetzt seinen amtierenden Stabschef mit dem Ex-General John Kelly. Zuvor hatte der Ex-Kommunikationschef Scaramucci ihn aufs heftigste beschimpft. Foto: Jim Lo Scalzo
Ist er der nächste? US-Justizminister Jeff Sessions sieht sich seit Wochen dem Unmut von US-Präsident Trump ausgesetzt. In wütenden Worten wirft Trump ihm "extrem unfaires" Verhalten vor, bedauert gar seine Ernennung. Auch hier geht wieder einmal um die Russland-Affäre. Foto: Andrew Harnik
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Ist er der nächste? US-Justizminister Jeff Sessions sieht sich seit Wochen dem Unmut von US-Präsident Trump ausgesetzt. In wütenden Worten wirft Trump ihm "extrem unfaires" Verhalten vor, bedauert gar seine Ernennung. Auch hier geht wieder einmal um die Russland-Affäre. Foto: Andrew Harnik
US-Präsident Donald Trump hat in seiner noch kurzen Amtszeit schon viele schlechte Tage gehabt - und einige könnten noch folgen. Foto: Charlie Neibergall
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US-Präsident Donald Trump hat in seiner noch kurzen Amtszeit schon viele schlechte Tage gehabt - und einige könnten noch folgen. Foto: Charlie Neibergall

Nur zehn Tage wirkte Anthony Scaramucci als Kommunikationschef Donald Trumps. In dieser Zeit sorgte er für Schlagzeilen sehr eigener Art. Nun ist er weg. Kommt das Personalkarussell nun zum Stillstand?

Washington (dpa) - Nur gut zehn Tage nach seiner Ernennung hat US-Präsident Donald Trumps neuer Kommunikationschef, Anthony Scaramucci, seinen Posten schon wieder geräumt. Das Weiße Haus erklärte, Scaramucci wolle so dem neuen Stabschef John Kelly einen unbelasteten Start ermöglichen.

Dieser solle die Gelegenheit bekommen, sein eigenes Team aufzubauen. US-Medien berichteten, die Entlassung des umstrittenen Kommunikationschefs sei auf Drängen des gerade erst vereidigten Stabschefs erfolgt. Die Ernennung des ehemaligen Vier-Sterne-Generals wird allgemein so interpretiert, dass der Ex-Marine Ordnung im Weißen Haus schaffen soll.

US-Medien zitierten Mitarbeiter des Weißen Hauses, Kelly werde dort eine neue Struktur einrichten, Disziplin und Strenge walten lassen. Kritiker verwiesen aber darauf, dass Kelly bis auf seine kurze Zeit als Minister keinerlei Regierungserfahrung habe.

Wer auf Scaramucci folgen soll, ist noch nicht bekannt. Kelly soll hier die letzte Auswahl treffen. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, Scaramucci habe "zu diesem Zeitpunkt" keine Funktion in der Regierung.

Am Montagabend (Ortszeit) hatte Trump getwittert: "Ein großartiger Tag im Weißen Haus!"

Die überraschende Ankündigung von Scaramuccis Abgang war eine weitere Wende in den internen Machtkämpfen im Weißen Haus. Schon die Ernennung des exzentrischen 53-Jährigen war in der Regierungszentrale umstritten gewesen. Trumps damaliger Sprecher Sean Spicer nahm sie als Grund hinzuwerfen. Er hatte gesagt, Scaramucci werde die bereits vorhandene Unsicherheit und das Durcheinander in der Regierung nur verstärken.

Der ehemalige New Yorker Investor hatte mit eigenwilligem Auftreten für Wirbel gesorgt. In der vergangenen Woche machte er mit unflätigen Bemerkungen über Trumps Stabschef Reince Priebus und den Chefstrategen Steve Bannon von sich reden. Einem Reporter sagte der 53-Jährige, Priebus sei ein "fucking paranoider Schizophrener, ein Paranoiac".

Trump ließ seinen Kommunikationschef gewähren, über Tage standen die unflätigen Äußerungen im Raum. Erst nach Scaramuccis Abgang sagte Trump-Sprecherin Sanders: "Ganz sicher war der Präsident der Ansicht, dass Anthonys Äußerungen unangemessen für einen Mann in dessen Position waren."

Erst am Freitag hatte es eine weitere Personalrochade gegeben: Stabschef Priebus räumte seinen Posten, und der Präsident machte seinen Heimatschutzminister John Kelly zu dessen Nachfolger. Die Welle an Rücktritten und Entlassungen in der nur gut sechs Monate währenden Regierungszeit Trumps ist beispiellos.

Trump-Sprecherin Sanders sagte auf mehrfache Nachfrage, mit Ausnahme des Präsidenten berichte jeder im Weißen Haus an Kelly. Mit Blick auf zahlreiche Lager und auch auf Trumps Familienmitglieder in der Regierung birgt diese Ansage einigen Sprengstoff, allerdings bildet sie lediglich eine früher normale Hierarchie ab, in der der Stabschef unter dem Präsidenten an der Spitze des Gefüges steht.

Weitere Personalrochaden oder -abgänge in nächster Zeit gelten als nicht ausgeschlossen. Spekulationen ranken sich um Justizminister Jeff Sessions, Sicherheitsberater Herbert Raymond ("H.R.") McMaster, Außenminister Rex Tillerson, FBI-Sonderermittler Robert Mueller und den Chefstrategen Steve Bannon.

Anthony Scaramucci - glatt, gesprächig und manchmal unflätig

Wie ein Rangierbahnhof: Scaramuccis Blitz-Abgang

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