Selbst ein „notorischer Urlauber“?

Trumps nächster Affront: Millionenschwerer Urlaub - auf Staatskosten

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Donald Trump und Familie am Sonntag vor dem Rückflug aus Florida

Einen „notorischen Urlauber“ hatte Donald Trump seinen Vorgänger Barack Obama genannt. Tatsächlich reist Trump selbst jetzt schon zum achten Mal nach Florida - jeder Trip kostet Millionen.

Washington/Mar-a-Lago - Manchmal klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. US-Präsident Donald Trump etwa hatte seinen Vorgänger Barack Obama seit Jahren hart wegen dessen Reisetätigkeiten attackiert: Obama sei ein „notorischer Urlauber“, wetterte Trump unter anderem. Nun ist er seit gut zehn Monaten selbst „POTUS“ - und liegt, nach Schätzungen einiger Medien, bereits auf Rekordkurs, was seine Urlaubskosten angeht.

Gerade kocht das Thema wieder hoch. Denn am Wochenende war Trump einmal mehr in sein Domizil in Mar-a-Lago im Sonnenstaat Florida gejettet, zum achten Mal in zehn Monaten. Um günstige Ausflüge handelt es sich dabei schon aus Sicherheitsgründen nicht: Hubschrauber, die Air Force One und Autokonvois werden in Bewegung gesetzt, Personenschützer und lokale Polizisten sind im Einsatz.

Experten gehen von Kosten von bis zu 3,6 Millionen Dollar pro Trip aus - diese Zahl war vor einiger Zeit für eine Reise Obamas nach Palm Beach als Kostenpunkt genannt worden. Die Chicago Tribune erwähnt in einem „Faktencheck“ zwar auch einen geringeren Betrag von mindestens einer Million Dollar. Darin seien allerdings noch nicht alle Reiseausgaben enthalten.

Secret Service beantragt 60 Millionen Dollar zusätzlich

Klar ist in jedem Fall: So einige staatliche Sicherheitsstellen stehen wegen Trump schon jetzt gewaltig unter Finanzdruck. So plant die Stadt Palm Beach Medienberichten zufolge mit einer Million Dollar Mehrkosten für Trumps vierjährige Amtszeit. 

Und der Chef des Secret Service, Randolph Alles, verriet dem Magazin USA Today bereits, dass 1000 Mitarbeiter rund um den Präsidenten bereits die Höchstgrenzen für Überstunden und Honorarzahlungen überschritten hätten - weil Trump mehr Familienmitglieder und private Residenzen schützen lässt. 

Alles will nun die Grenzen lockern lassen. Zugleich hat der Secret Service laut einem Bericht der Washington Post schon im März 60 Millionen US-Dollar zusätzlich für Trumps Personenschutz beantragt - allein 30 Millionen davon, um Reiseaktivitäten zu schützen. Die Budget-Verantwortlichen lehnten allerdings ab.

Und dann: Eine Partie Golf mit Tiger Woods

Immerhin: Trump arbeitet in Mar-a-Lago auch. Chinas starker Mann Xi Jinping war bereits zu Gast. Mit Recep Tayyip Erdogan telefonierte Trump in Florida jüngst. Allerdings kam Trump in seinen Urlauben bisweilen auch mit Schnaps-Ideen um die Ecke: So soll er die Abhörvorwürfe gegen Obama aus Florida getwittert haben. Auch am Montag meldete sich Trump mit einem bemerkenswerten Affront in Washington zurück.

Und dann pflegt der US-Präsident in seinem Sonnen-Domizil nicht zuletzt auch ein nobles Hobby: Trump golft regelmäßig in Mar-a-Lago. Am Wochenende erst prahlte er damit, Golf-Legende Tiger Woods auf ein Match getroffen zu haben - nicht ohne ein wenig Schleichwerbung für seinen Golfclub. Nach Informationen der Bild dauerte die kleine Auszeit satte vier Stunden. 

Ein Recht auf Urlaub hat freilich auch ein US-Präsident - acht Trips in zehn Monaten scheinen allerdings doch viel für einen Mann, der seinen Vorgänger als Faulenzer dastehen lassen wollte. Bleibt abzuwarten, ob der Geduldsfaden der US-Wähler irgendwann reißt. Derzeit feiern die US-Demokraten erste Siege.

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mm/tz 

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