Damaskus verurteilt Angriff

Türkei schießt syrisches Kampfflugzeug ab

Istanbul - Das türkische Militär hat am Sonntag an der südlichen Grenze des Landes ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Es ist nicht der erste Zwischenfall seit dem Bürgerkrieg.

Das türkische Militär hat an der Grenze zu Syrien ein Kampfflugzeug aus dem Nachbarland abgeschossen. Die Maschine habe am Sonntag den türkischen Luftraum verletzt, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Maschine ging am Nachmittag auf syrischer Seite nahe der Grenzstadt Kasab (Provinz Latakia) nieder. Fernsehbilder zeigten eine Rauchsäule über den bewaldeten Hügeln entlang der Grenze. Die Regierung in Syrien verurteilte den Abschuss scharf.

Das Außenministerium in Damaskus habe die „türkische Aggression“ als „beispiellos und nicht rechtfertigbar“ bezeichnet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Der Vorfall reflektiere den „Bankrott Erdogans“.

Türkischer Luftraum soll verletzt worden sein

Erdogan bestätigte den Abschuss auf einer Wahlkampfkundgebung in der nordwesttürkischen Provinz Kocaeli. Er habe die türkische Luftwaffe zu dem Einsatz beglückwünscht, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Der Regierungschef erklärte, es seien an der Grenze mehrere türkische F-16-Kampfflugzeuge eingesetzt worden. Wer den türkischen Luftraum verletze, erhalte eine entschiedene Antwort, sagte er vor Anhängern seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, die sich vor der am 30. März geplanten Kommunalwahl versammelt hatten.

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien gab es entlang der Grenze mehrfach schwere Zwischenfälle und Anschläge auf türkische Grenzposten. Im September vergangenen Jahres hatte die Türkei dort einen syrischen Militärhubschrauber abgeschossen. Der Helikopter habe die türkische Grenze überflogen und sei mehrfach gewarnt worden, hatte Ankara erklärt. Im Jahr zuvor hatte die syrische Luftverteidigung über dem Mittelmeer ein türkisches Kampfflugzeug abgeschossen, wobei die Details strittig blieben.

Im Gebiet um Kasab hatten Rebellen auf syrischer Seite in der vergangenen Woche den letzten Grenzübergang zur Türkei eingenommen, der noch von den syrischen Regierungstruppen kontrolliert worden war. Nach Berichten von Revolutionsaktivisten war an den Kämpfen in Kasab auch die islamistische Al-Nusra Front beteiligt, die von westlichen Geheimdiensten als Terrororganisation eingestuft wird.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.