Erdogan-Sprecher spricht von „möglichen Einzelfällen“

Erdogans Grenzsoldaten schießen offenbar auf Flüchtlinge aus Syrien

+
Syrer versuchen die Flucht in die Türkei. Ein Bild aus dem Jahre 2015.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat türkischen Grenzsoldaten vorgeworfen, auf Flüchtlinge aus Syrien zu schießen.

Istanbul - Zahlreiche Zivilisten hätten versucht, vor den Kämpfen in Syrien zu fliegen, seien von den Grenzsoldaten aber mit Schüssen zurückgetrieben oder misshandelt worden, sagte die HRW-Vizedirektorin für den Mittleren Osten, Lama Fakih, am Samstag.

Die Nichtregierungsorganisation stützte sich auf Aussagen von 16 Syrern, die zwischen Mai und Dezember 2017 heimlich über die Grenze in die Türkei gelangten. 13 von ihnen gaben an, beschossen worden zu sein. Außerdem seien sie Zeugen des Todes von mindestens zehn Menschen geworden, darunter ein Kind. Einige erzählten, sie seien festgenommen und geschlagen worden. Medizinische Versorgung sei ihnen verweigert worden.

Human Rights Watch forderte die Türkei auf, alle Menschen aufzunehmen, die vor den Kämpfen in der syrischen Provinz Idlib und der türkischen Militäroffensive in der Region Afrin auf der Flucht seien. Nach ihren Angaben sind allein seit Dezember 272.000 Menschen vor der Offensive syrischer Regierungstruppen in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib geflohen.

Lesen Sie auch:  Furcht vor Eskalation in Syrien: Trump spricht Klartext mit Erdogan

Der türkische Präsidentschaftssprecher Ibrahim Kalin sagte, sein Land verfolge gegenüber den Flüchtlingen eine Politik der "offenen Tür". Möglicherweise beziehe sich Human Rights Watch auf Einzelfälle, diese werde die Türkei untersuchen. Die Türkei hat seit 2011 etwa 3,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Seit August 2015 versucht sie jedoch, Flüchtlinge zurückzuweisen, die über ihre Südgrenze ins Land kommen wollen.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.