Tunesiens Regierung: Minister gehen

Tunis - Der Druck der Straße war zu stark: In Tunesiens Übergangsregierung tritt die alte Garde ab. Vor allem die Schlüsselposten werden nun neu besetzt werden.

Nach tagelangen Protesten haben die meisten Gefolgsleute der alten Garde die tunesische Übergangsregierung verlassen. Die seit langem erwartete Kabinettsumbildung wurde am Donnerstagabend in Tunis verkündet. Demnach bleibt Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi an der Spitze der Übergangsregierung. Vor allem in den Schlüsselressorts wie Verteidigung, Inneres, Äußeres und Finanzen gab es Neubesetzungen. Sie waren bisher mit Gefolgsleuten des gestürzten Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali besetzt.

Nur kurz vor dieser Ankündigung hatte Außenminister Kamel Morjane (62) seinen Rücktritt erklärt. Die Übergangsregierung soll das Land nach der Flucht des autoritären Ex-Präsidenten auf Neuwahlen vorbereiten. Gegen die Beteiligung der alten Garde Ben Alis an der Regierung gibt es nach wie vor zahlreiche Proteste im Land.

Am Vortag hatte die Regierung gegen Ben Ali und seine Frau Leila Trabelsi einen internationalen Haftbefehl beantragt. Sie werden wegen illegaler Bereicherung und illegalen Devisentransfers gesucht. Der seit 23 Jahren regierende Präsident war am 14. Januar nach tagelangen Protesten ins saudi-arabische Exil geflohen.

Die Schweiz hat bereits seine Konten einfrieren lassen. Die EU hat dies ebenfalls vor und hat mittlerweile hohe Beamte nach Tunesien geschickt, um sich ein besseres Bild von der politischen Wende zu machen. Die Delegation soll mit den Übergangsbehörden, Parteien- und Gewerkschaftsvertretern zusammenkommen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.