TV-Duell zwischen Bouffier und Schäfer-Gümbel endet unentschieden

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Zwei, die um Wähler werben: SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel (links) will Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier durch einen Wahlsieg von Rot-Grün bei der Landtagswahl am 22. September beerben.

Frankfurt. Viele Themen blieben bei der Debatte der hessischen Spitzenkandidaten am Freitagabend auf der Strecke. Eine Analyse des TV-Duells zwischen CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier und seinem SPD-Herausforderer, Thorsten Schäfer-Gümbel.

Volker Bouffier ist ein absoluter Sportfan: „Man versucht, das Spiel möglichst in die Finger zu bekommen“, sagt der Ex-Basketballer betont lässig nach dem Duell der beiden Spitzenkandidaten am Freitagabend im hr-fernsehen. Der CDU-Mann weiß, dass er das Spiel zumindest streckenweise in den Fingern hatte. Denn sein Kontrahent, SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, mag es, wie er hinterher sagt, „nicht gern krawallig, das werden Sie mit mir nicht erleben.“

Eine Woche vor der Landtagswahl sind sich die beiden unter der zuweilen etwas zaghaften Moderation von hr-Chefredakteur Alois Theisen insgesamt auf Augenhöhe begegnet. Bouffier, von Theisen gleich zu Beginn damit gereizt, dass er in den Umfragen keinerlei Amtsbonus habe, verwies auf die erfolgreiche Aufholjagd des schwarz-gelben Lagers. Und drangsalierte Schäfer-Gümbel umgehend mit der ungeliebten Frage zu einer rot-rot-grünen Koalition. Sogar ein „Ehrenwort“ seines Herausforderers wollte Bouffier hören, obwohl er selbst doch ganz sicher ist, „dass Sie sich von den Linken zum Ministerpräsident wählen lassen würden“. Aber der SPD- Mann lässt sich so schnell nicht mehr aus der Ruhe bringen, sein Credo lautet Rot-grün. Punkt.

Da ließe sich fröhlich weiterstreiten, gäbe es nicht auch viele Sachthemen. „Bei uns zählt die Mitte der Gesellschaft, bei Ihnen zahlt die Mitte der Gesellschaft“, ruft Bouffier beim Thema Steuern. Schäfer-Gümbel kontert, dass er „die Kavallerie endlich in Marsch setzen“ will, um Steuersünder zu verfolgen.

Welten prallen wie üblich bei der Schulpolitik aufeinander. Während der Sozialdemokrat „Talent, Fleiß und individuelle Förderung“ wichtiger findet als „das Türschild an der Schule“, wirbt Bouffier für unterschiedliche Schulangebote.

Beim Länderfinanzausgleich verhaken sich die Kontrahenten dann in Details, die den Zuschauern wohl eher fremd sein dürften. Dabei gäbe es noch so viel anders zu sagen. Zu spät. Noch je 75 Sekunden Botschaft an die Wähler und ein freundliches „Guten Abend“. (wet)

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