ZDF jetzt in der Kritik

Private Abrechnung bei Maybritt Illner? Christian Lindners Ex mit Seitenhieben

Lindners Ex-Partnerin Dagmar Rosenfeld urteilte über das FDP-Desaster im ZDF-Talk „Maybritt Illner“.
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Lindners Ex-Partnerin Dagmar Rosenfeld urteilte über das FDP-Desaster im ZDF-Talk „Maybritt Illner“.

Nach dem Thüringen-Desaster wurde es im ZDF-Talk von Maybritt Illner turbulent. AfD-Politiker Gauland bekam einen Wutausbruch und die Ex von Christian Lindner irritierte.

  • Beim ZDF-Talk von und mit Maybrit Illner wurde über die Thüringen-Wahl gesprochen. 
  • Dabei sorgte nicht nur Alexander Gauland für Aufsehen. 
  • Auch die Ex von FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner war beim Talk zu Gast.

Ex von FDP-Chef Lindner rechnet nach Thüringen mit ihm ab - Zuschauer irritiert

Update 9.47 Uhr: Nach der desaströsen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zieht die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer drastische Konsequenzen - und kündigt an, weder für die Kanzlerkandidatur anzutreten, noch CDU-Vorsitzende bleiben zu wollen. 

Update 8. Februar 2020: Noch immer ist der Auftritt von Dagmar Rosenfeld, der Ex von FDP-Chef Christian Lindner, bei Maybritt Illner Thema im Netz. Ausgerechnet die Frau, die er 2011 heiratete, sollte über das Thüringen-Desaster der FDP urteilen - und gönnte sich Seitenhiebe. "Die Frage, die man sich schon stellen muss, ist doch: Wie konnte es überhaupt zu diesem Wahlergebnis kommen?", sagte die 46-Jährige, die Chefredakteurin der Zeitung Die Welt ist. 

Während CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer immerhin die Thüringer CDU vor dem AfD-Szenario vorab gewarnt habe, seien von Lindner „solche Sätze nicht bekannt“. Es gebe zwei Versionen aus dem Umfeld Lindners, ob er daran geglaubt habe, dass die AfD für den FDP-Kandidaten Kemmerich stimmen würde. Dann holte Rosenfeld zur Attacke aus: "Wenn so wenig Überblick da ist, über eine AfD, die sich schon im November der CDU und FDP angeboten hat, dann muss man sagen: Politik ist was für Profis." Auch in einem Thüringen-Kommentar für ihre Zeitung Die Welt verwendet sie erneut diesen Satz: „Die Thüringer Lektion: Politik ist was für Profis“

Ein heftiger Seitenhieb auf ihren Ex, der genau diesen Profi-Satz selbst in Bezug auf Greta Thunberg verwendete. Es ist nicht ihre erste Attacke auf den FDP-Chef. Bereits 2019 kritisierte sie als Raucherin in einem Welt-Kommentar, dass sich Lindners Partei für ein Rauchverbot einsetze. Ihre Überschrift damals: „Freiheit ist was für Profis.“

Nun gerät aber auch das ZDF in die Kritik, weil für die Zuschauer nicht transparent sichtbar gemacht wurde, welche persönliche Beziehung Rosenfeld und Lindner verbindet. Das Portal übermedien.de fragte nach - doch die Redaktion will sich dazu nicht äußern. Auch Rosenfeld habe auf zweimalige Nachfrage nicht reagiert. 

Und auch viele Zuschauer sind weiterhin irritiert: „War Rosenfeld als Journalistin, Politikerin oder Privatperson mit Privatmeinung dort? Es wurde mir nicht ganz klar“, fragt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer erkennt eine „etwas merkwürdige Konstellation, wenn Dagmar Rosenfeld die (politische) Lindner-Performance bewertet.“ 

Maybrit Illner: Gauland rastet nach Thüringen-Beben aus - doch Zuschauer wüten wegen Lindners Ex-Frau

Erstmeldung vom 7. Februar: Mainz - Im ZDF-Talk von und mit Maybrit Illner ging es am Donnerstagabend (6. Februar) ziemlich zur Sache. Unter der Überschrift „Über Rechtsaußen an die Macht - Tabubruch in Thüringen“ sprach sie mit den Gästen Michael Kretschmer (Ministerpräsident Sachsen, CDU), Robert Habeck (Parteivorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen), Linda Teuteberg (Generalsekretärin, FDP), Janine Wissler (Vize-Parteichefin, die Linke), Alexander Gauland (Fraktionschef, AfD) und Dagmar Rosenfeld (Die Welt-Chefredakteurin UND Ex-Frau von Christian Lindner) über die Wahl in Thüringen.

Gauland bei Maybrit Illner (ZDF): „Sie können nicht immer...“

Schon zu Beginn der Sendung haben sich fast alle in ihren Eingangsreden gegen die AfD ausgesprochen. Das wurde in der Gesprächsrunde auch noch einmal verdeutlicht, als fast alle der Anwesenden gegen Alexander Gauland und die AfD schossen und ihn und die Partei als „faschistoid“ bezeichneten. Gauland murmelte daraufhin nur: „Das ist Schwachsinn.“ 

In der Diskussion mit Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer kritisierte der AfD-Fraktionschef das Verhalten der CDU. „Sie können nicht immer ein Viertel der Wähler ausgrenzen, das fällt den anderen auf die Füße. Und, wenn die CDU so weiter macht, dann fürchte ich, dass es für die Mehrheit der CDU auch nicht mehr reicht.“ Kretschmer konterte: „Ich schließe keinen aus, aber ich werde nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die andere als Volksverräter oder Deutschland-Hasser klassifizieren.“ Denn man könne die Brandmauer der Demokratie nur halten und die AfD zurückkämpfen, „indem man sich traut gegen dieses Erodieren vorzugehen“.

Janine Wissler fand eindeutige Worte zur Wahl in Thüringen*. Denn es gehe um eine ganz existenzielle Frage. „Und was gestern hier passiert ist, ist nicht, dass irgendwelche Leute beschädigt wurden, sondern die Demokratie wurde grundlegend beschädigt“, so die Vize-Parteichefin der Linken. Auch in einer aktuellen Forsa-Umfrage wirkten sich die Ereignisse bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen bereits aus. Ernste Konsequenzen scheint es vor allem für CDU und FDP zu geben. 

ZDF-Talk mit Maybrit Illner: Gauland redet sich in Rage und bekommt Wutausbruch

Welt-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld kritisierte das Vorgehen bei der Thüringen-Wahl* der AfD scharf. Man könne zwar den Kompromisskandidaten wählen, wenn man merke, dass man den eigenen Kandidaten nicht durchbringt. „Was man aber nicht macht, wenn man den eigenen Kandidaten nicht wählen will, weil man ihn auch nicht durchbekommt, schickt man ihn nicht ein drittes Mal ins Rennen, sondern dann zieht man den eigenen Kandidaten zurück. Und Sie wussten genau, wenn Sie das tun würden, würde Kemmerich* gar nicht antreten“, warf sie Gauland vor. 

Dieser dementierte die Vorwürfe und verneinte, dass er das gewusst habe. Doch dabei wollte es der AfD-Mann nicht belassen und äußerte sich zu einer vorherigen Aussage von Janine Wissler im Bezug auf Björn Höcke, den Fraktionsvorsitzenden der AfD im Thüringer Landtag.

Danach sei Höcke ein Faschist. Gauland wütete. „Es ist Unsinn, dass Herr Höcke ein Faschist ist. Faschismus ist etwas, was in Deutschland Gott sei Dank verboten ist. Und wenn Herr Höcke ein Faschist wäre, würde er nicht in einem Thüringer Landtag sitzen. Und deshalb ist das Unsinn, was hier gesagt wird“, schrie er beinahe im ZDF-Talk.

Rosenfeld im Illner-Talk: Zuschauer kritisieren die Ex von Christian Lindner (FDP)

Außerhalb der Gesprächsrunde diskutierten die User auf Twitter über die Einladung von Dagmar Rosenfeld. Denn sie ist nicht nur die Chefredakteurin bei Welt, sondern eben auch die Ex-Frau von Christian Lindner (Bundesvorsitzender der FDP). Und der stellt sich nach dem Eklat in Thüringen der Vertrauensfrage am Freitag. Keine gute Mischung für viele ZDF-Zuschauer. 

„Nennt mich pingelig, aber dass Dagmar Rosenfeld als Journalistin in einer Talkshow über Christian Lindner als Politiker spricht, als wären die beiden nie verheiratet gewesen und ohne Transparenz-Disclaimer für Zuschauer*innen, hinterlässt bei mir ein Geschmäckle“, schreibt Anna-Mareike Krause.

Von einer Minderheitsregierung war in Thüringen* ohnehin auszugehen. Doch der neue Ministerpräsident Thomas Kemmerich könnte selbst für eine solche zu schwach sein. Unterdessen stellte sich Christian Lindner im ARD-Sommerinterview 2020 den Fragen - wenig später wurde bekannt: Die Scheidung von Rosenfeld ist offiziell.

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Die aktuelle Ausgabe von Maybrit Illner sorgte dagegen bereits im Vorfeld für Kritik - Schuld daran trug aber vielmehr das ZDF-Programm als die Moderatorin. Kritisch betrachtet wird auch die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags. So viel müssten sie ab 2021 bezahlen.

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