Erste offizielle Nachricht

Twitter-Kritiker Erdogan setzt ersten Tweet ab

+
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gilt eigentlich als Verächter der sozialen Netzwerke. Jetzt hat er seinen ersten offiziellen Tweet abgesetzt.

Ankara - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gilt eigentlich als Verächter der sozialen Onlinenetzwerke, doch nun hat der konservative Politiker seine erste offizielle Nachricht im Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt.

Anlässlich des nationalen Anti-Tabak-Tags forderte er seine Landsleute zum Nichtrauchen auf. "Reißt euch zusammen und widersteht dem Gift", lautete der Tweet, den Erdogan mit seinen Initialen RTE unterzeichnete. Das Twitterprofil @RT_Erdogan wurde zuletzt von Unterstützern des Staatschefs genutzt, wurde nun aber offiziell vom Präsidentenbüro übernommen. Von Erdogan persönlich verfasste Nachrichten sind an seinem Kürzel RTE zu erkennen, Tweets ohne solche Kennzeichnung stammen von seinen Mitarbeitern, wie Pressesprecher Mucahit Kucukyilmaz der Nachrichtenagentur Anadolu sagte. "Er wollte an einem besonderen Tag wie heute den Anfang machen", erklärte Kucukyilmaz, ohne allerdings Gründe für den plötzlichen Sinneswandel Erdogans zu nennen. Viele ranghohe türkische Politiker nutzen Twitter schon seit Längerem, auch Außenminister Ahmet Davutoglu hat dort ein eigenes Profil. Erdogan verschmähte den Online-Dienst aber bislang. "Ich habe nichts zu tun mit Twitter", bekannte er im Februar 2014. Im August bezeichnete er Twitter sogar als "Messer in der Hand eines Mörders" und betonte: "Ich mag es nicht zu twittern." Seine Ablehnung dürfte sich auch aus den Massenprotesten gegen seine Regierung Mitte 2013 speisen, die auch über Netzwerke wie Twitter und Facebook vorangetrieben wurden. Nach der Verbreitung von Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan wurden im Frühjahr 2014 die Zugänge zu den Internetplattformen Twitter und YouTube in der Türkei vorübergehend gesperrt. Das Verfassungsgericht hob die Sperren seinerzeit wieder auf.

AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.