U-Ausschuss zu Steuermodellen in Luxemburg umstritten

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EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht als ehemaliger Luxemburger Regierungschef beim Thema Steuervermeidung selbst unter Druck. Foto: Olivier Hoslet/Archiv

Brüssel (dpa) - In der Affäre um Steuervorteile für Unternehmen in Luxemburg ist der geplante Untersuchungsausschuss innerhalb des EU-Parlaments umstritten.

Der juristische Dienst des Europaparlaments legte in einem Gutachten "schwerwiegende rechtliche Bedenken" dar. So sei das Mandat für einen solchen Ausschuss zur Aufklärung des Steuerskandals zu unbestimmt und zu wenig begründet.

Die Untersuchung könnte durch eigene Untersuchungen der EU-Kommission und durch die beim Europäischen Gerichtshof anhängigen Klagen blockiert werden, heißt es in dem Papier, das in Brüssel öffentlich wurde.

Die Fraktionen des Parlaments streiten nun um die Auslegung des Gutachtens. Die Fraktionschefs wollen auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag beraten, ob der Ausschuss zustande kommt. Das Plenum des Parlaments müsste danach über die Einsetzung eines solchen Ausschusses abstimmen. Sanktionen kann ein solcher Ausschuss nicht aussprechen.

Die Grünen halten einen Untersuchungsausschuss für unbedingt notwendig. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Rebecca Harms, sagte, ein Untersuchungsausschuss "ist rechtlich möglich und politisch notwendig." Sie sei überzeugt, dass alle Einwände des juristischen Dienstes ausgeräumt werden könnten.

Die Konservativen gaben sich etwas zurückhaltender. "Wenn Formalitäten das Problem sind, müssen wir das Mandat so ändern, dass ein Untersuchungsausschuss möglich ist", sagte Markus Ferber (CSU). Das Thema nun fallen zu lassen, sei keine Option.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht unter Druck, nachdem die Steuermodelle seines Heimatlandes Luxemburg im Herbst öffentlich geworden waren. Er war dort lange Regierungschef. Als Präsident der EU-Kommission hat er Steuersparmodellen den Kampf angesagt.

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