Aus für die 60-Watt-Glühbirne - Fragen und Antworten

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Glühlampe ade: Modelle mit mehr als 40 Watt dürfen ab 1. September nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Kassel. Das Aus für klassische Glühlampen rückt einen weiteren Schritt näher. Am 1. September, am Donnerstag, trifft der Bannstrahl alles mit mehr als 40 Watt - auch die weit verbreitete 60-Watt-Lampe. Die EU-Vorschrift soll Strom sparen, birgt aber Probleme. Fragen und Antworten.

Sind 60-Watt-Glühlampen jetzt verboten - und wer will das überwachen?

Endverbraucher dürfen die alten Glühlampen brennen lassen so lange sie wollen - oder bis sie durchknallen. Auslaufen sollen aber Herstellung und Inverkehrbringen.

Heißt das: 60-Watt-Glühlampen bis Donnerstag raus aus den Verkaufsregalen?

Nein. Der Abverkauf an Endverbraucher ist nicht verboten. Hersteller, so ist zu hören, haben die Lager des Handels ordentlich gefüllt - und Lagerbestände dürfen weiter über den Ladentisch gehen. Dennoch rechnen Händler mit Hamsterkäufen. Jeder Zehnte will sich einen 60-Watt-Lampen-Vorrat anlegen - sagt zumindest eine Umfrage im Auftrag des Lampenherstellers Osram. Möglicherweise auch, um Hamsterkäufe noch ein bisschen anzufeuern.

Was sollen dann die EU-Regeln überhaupt?

Den Lampenmarkt langsam umsteuern. Einfach aus der Erkenntnis, dass die Technik, die ja schon älter als 150 Jahre ist, Energie ohne Ende verschwendet: Glühlampen wandeln nur fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht um, der Rest strahlt als Wärme ab. Das ist völlig veraltet und braucht - technisch gesehen - kein Mensch mehr.

Was sind die Alternativen zur Glühlampe?

Das sind Energiesparlampen (ESL). Mit dieser Definition fangen die Probleme aber schon an. Kompaktleuchtstofflampen, Halogen oder LED - lange wurde alles als ESL verkauft. Die EU hat nach Auskunft des Umweltbundesamtes aber auch hier einen Strich gezogen: Energiesparlampe darf sich nur noch nennen, was die Elektroleistung in Watt um mindestens 70 Prozent gegenüber der vergleichbaren Glühlampe mindert.

Egal ob Leuchtstofflampe, Halogen oder LED?

Die Technik ist egal. Den Sparwert der EU-Definition erreichen laut UBA ein Teil der Kompaktleuchtstoff- und LED-Lampen, Halogenlampen aber nicht. Die Entwicklung bei den Alternativen ist aber längst nicht zu Ende, und die gigantischen Mehrkosten moderner Lampen sind natürlich auch nicht für ewig zementiert.

Wie soll man sich da für die richtige Energispartechnik entscheiden?

Was weniger Energie braucht, hilft Stromkosten senken. Ob und wann das aber teuere Anschaffungskosten von Energiesparlampen wettmacht, hängt von deren Einsatz ab: Irgendwo im Keller eine 40-Euro-LED-Lampe einzuschrauben, die nur fünf Minuten in der Woche brennt, ist streng wirtschaftlich eher ein Minusgeschäft. Energiesparlampen unterscheiden sich auch hinsichtlich Helligkeit (in Lumen), Lichtfarbe (in Kelvin) und äußerer Form. Wer es genau wissen will, sollte sich im Fachhandel beraten lassen.

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Von Wolfgang Riek

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