Ugandischer Rebellen-Anführer soll vor Weltstrafgericht

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Kämpfer der Rebellengruppe Lord's Resistance Army. Dem LRA-Kommandeur Dominic Ongwen soll vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag der Prozess gemacht werden. Foto: Stephen Morison/Archiv

Kampala (dpa) - Ein führender Kommandeur der berüchtigten ugandischen Rebellenorganisation LRA soll dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag überstellt werden.

"Es ist endgültig entschieden. Dominic Ongwen wird vor dem IStGH in Den Haag der Prozess gemacht werden", schrieb der Sprecher der ugandischen Streitkräfte, Paddy Ankunda, am Dienstag beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, sagte, US-Truppen würden den 34-Jährigen an Kräfte der Afrikanischen Union (AU) übergeben. Diese sollen ihn demnach anschließend dem Gericht überstellen.

Ongwen gilt als einer der wichtigsten Stellvertreter des LRA-Kommandeurs Joseph Kony. US-Soldaten hatten Ongwen vergangene Woche gefangen genommen, er wurde in der Zentralafrikanischen Republik festgehalten. Gegen den 34-Jährigen liegt seit 2005 ein Haftbefehl aus Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. US-Spezialkräfte unterstützen AU-Truppen bei der Suche nach dem flüchtigen Kony und seinen engsten Mitarbeitern.

Die Lord's Resistance Army (Widerstandsarmee des Herrn) (LRA) hatte seit 1987 den Norden Ugandas terrorisiert und Tausende Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert. Viele Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht. 2005 zog sich die Gruppe aus dem Gebiet zurück; seither macht sie das Grenzgebiet zwischen Zentralafrika, dem Südsudan und dem Kongo mit Angriffen und Verschleppungen unsicher.

Harf zufolge wurde das Vorgehen mit den Regierungen Ugandas und der Zentralafrikanischen Republik abgestimmt. Uganda wollte ursprünglich, dass Ongwen in dem Land der Prozess gemacht und nicht nach Den Haag überstellt wird.

Enough Project-Mitteilung zur Aufgabe Ongwens

Bericht "New Vision"

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