Putin: Mörderischer Bruderkrieg

Ukraine-Konvoi steckt vor der Grenze fest

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Neben der Ukraine, hat auch Russland einen Konvoi in die Ostukraine geschickt.

Moskau/Kiew - Die Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine kosten immer mehr Menschen das Leben. Erste ukrainische Hilfe für die notleidende Bevölkerung nähert sich dem Ziel.

Russische Ukraine-Hilfe steckt fest -

(Foto - aktuell) =

Hilfe für die leidenden Menschen in der umkämpften Ostukraine rückt näher. Die ersten ukrainischen Regierungs-Lastwagen mit Medikamenten und Lebensmitteln trafen am Donnerstagabend an einem Sammelpunkt nördlich von Lugansk ein. Ob auch der seit drei Tagen anrollende russische Hilfskonvoi die Grenze passieren darf, blieb aber weiter unklar. Kremlchef Wladimir Putin forderte mit Nachdruck ein Ende der Gefechte. Das Land sei in einem "mörderischen Bruderkrieg" versunken, sagte er auf der Krim.

26 Fahrzeuge aus Charkow erreichten am Abend die Stadt Starobelsk, wie der Sicherheitsrat in Kiew mitteilte. Mitarbeiter des Roten Kreuzes sichteten die Waren. Insgesamt hat Kiew 75 Lastwagen mit rund 800 Tonnen Hilfsgüter ins Krisengebiet geschickt. In der Separatistenhochburg Lugansk mit mehr als 200 000 Einwohnern gibt es seit fast zwei Wochen weder Strom noch Wasser.

Lugansk soll auch Ziel einer russischen Kolonne mit 2000 Tonnen Hilfsgütern sein. Der Konvoi steht aber wegen mangelnden Absprachen mit dem Roten Kreuz vor der ukrainischen Grenze. Das Rote Kreuz teilte mit, es habe Kontakt aufgenommen, viele Details müssten noch geklärt werden. Der Hilfstransport ist umstritten, weil die proeuropäische Regierung in Kiew Russland als Aggressor ansieht. Moskau wies Vorwürfe zurück, der Konvoi könnte Waffen für die prorussischen Separatisten enthalten.

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben Lugansk von den Versorgungswegen der Aufständischen abgeschnitten. Die Kämpfe nahmen erneut an Härte zu. Beobachter sprachen von einem der verlustreichsten Tage seit Beginn der "Anti-Terror-Operation" Mitte April. Die Regierungstruppen bombardierten die Großstadt Donezk, sagte Separatistenanführer Andrej Purgin. Regierungstruppen und Aufständische tauschten derweil je 26 Gefangene aus.

Der Separatistenführer Igor Strelkow zog sich aus der Führung der Aufständischen zurück. Der gebürtige Russe war "Verteidigungsminister" der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk". Er gilt als Schlüsselfigur in den Kämpfen.

Mehr als 70 Zivilisten wurden seit Wochenbeginn nach Darstellung der Aufständischen getötet. Die Armee berichtete von mindestens neun getöteten Soldaten allein am Donnerstag.

Eine der Folgen des Ukraine-Konflikts ist ein schwerer Handelsstreit zwischen dem Westen und Russland. Beide Seiten belegten sich gegenseitig mit Strafmaßnahmen.

Auch das ukrainische Parlament verabschiedete ein Sanktionspaket gegen Russland in zweiter Lesung. Unklar war zunächst, ob davon auch die Durchleitung russischen Erdgases nach Westeuropa betroffen war.

Die Ukraine erließ zudem ein Überflugverbot gegen die russischen Gesellschaften Aeroflot und Transaero. Die Entscheidung Kiews ist eine Reaktion auf Sanktionen Moskaus. Der Schritt hat aber nichts zu tun mit den vom Parlament beschlossenen Strafmaßnahmen.

Russlands Präsident Putin forderte bei einem Treffen mit Ministern und Abgeordneten auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim ein Ende des Tötens in der Ostukraine. Die Lage in der Ukraine sei eine humanitäre Katastrophe. "Russland wird alles in seiner Macht stehende tun, um die Kämpfe so schnell wie möglich zu beenden", betonte er. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Telefonat über den Konflikt.

dpa

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