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Ukraine-Krieg: Ein Fehler Bidens könnte Putin den Sieg bescheren

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Von: Oliver Schmitz

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Die US-Unterstützung für die Ukraine gerät ins Stocken. Das könnte zum entscheidenden Vorteil für Russland werden. Trägt US-Präsident Joe Biden Schuld?

Washington/Moskau/Kiew – Dank vieler ukrainischer Gebiets-Rückgewinne könnte sich im Ukraine-Krieg eine entscheidende Wendung zugunsten der Verteidiger anbahnen. Doch ausgerechnet in diesem Moment beginnt die so wichtige Unterstützung durch die USA zu wackeln. Im schlimmsten Fall könnte genau das ein entscheidender Impuls für Russland sein, um den Kriegsverlauf wieder zu ihren Gunsten zu drehen.

Ukraine-Krieg: Midterms entscheiden über Hilfen aus den USA

Lange Zeit hatte der Ukraine-Konflikt auch für die amerikanische Bevölkerung eine große Bedeutung. Doch das hat in letzter Zeit deutlich nachgelassen. Laut einer aktuellen Umfrage des Pew Research Meinungsforschungsinstitut sind nur noch 38 Prozent der Amerikaner besorgt über die Situation in der Ukraine. Im Mai 2022 waren es noch 55 Prozent. In der Folge nimmt auch die Zustimmung für finanzielle Hilfe oder Waffenlieferungen an die Ukraine deutlich ab.

Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Politik deutlich. Vor allem die oppositionellen Republikaner stehen weiteren Ukraine-Hilfen sehr skeptisch gegenüber. So erklärte Parteivorsitzender Kevin McCarthy, dass die Republikaner die Verabschiedung der Ukraine-Hilfe wahrscheinlich erschweren würden, sollten sie bei den Zwischenwahlen das Repräsentantenhaus zurückgewinnen. „Ich denke, dass die Leute in einer Rezession sitzen werden und keinen Blankoscheck für die Ukraine ausstellen werden“, sagte der Politiker gegenüber Punchbowl News. Laut aktuellen Midterms-Umfragen scheint es sehr wahrscheinlich, dass seiner Partei zumindest eine Kammer des US-Kongresses zurückgewinnen werden. Viele andere Republikaner hatte gegenüber The Daily Beast klargemacht, dass sie den geplanten Ukraine-Hilfen der Joe Biden-Regierung garantiert nicht zustimmen werden.

US-Präsident Joe Biden verurteilt den von Wladimir Putin begonnenen Ukraine-Krieg. (Archivbild)
US-Präsident Joe Biden verurteilt den von Wladimir Putin begonnenen Ukraine-Krieg. (Archivbild) © DREW ANGERER/AFP

Ukraine-Hilfen aus den USA in der Kritik - auch bei den Demokraten

Doch angesichts der rasant steigenden Preise durch die Inflation sind auch immer mehr Demokraten skeptisch den Ukraine-Hilfen gegenüber. In einem Brief hatten sich einige Kongress-Abgeordnete der Regierungspartei für eine diplomatischere Herangehensweise im Ukraine-Krieg eingesetzt, berichtet Daily Beast. Das Schreiben wurden zwar wieder zurückgenommen, doch der Eindruck des Zweifels bleibt.

Ukraine-Krieg: Putin nimmt Stellung zu Hilfe aus den USA

Dass es überhaupt zu so großen Zweifeln an der Ukraine-Unterstützung gekommen ist, sei die Schuld von Joe Biden – sagt der ehemalige US-Botschafter in der Ukraine John Herbst gegenüber Daily Beast. Der US-Präsident habe es versäumt, das große Ganze hinter dem Ukraine-Krieg „systematisch, klar und konsequent aufzuschlüsseln“, um die Amerikaner hinter der Sache zu versammeln. „Das ist ein Versagen der Führung“, sagte Herbst. Laut dem Ex-US-Botschafter habe die Biden-Regierung zwar verstanden, dass eine Siegs Russland in der Ukraine „katastrophal“ auch für den Westen und somit die USA wäre, aber die Kommunikation davon nicht gelungen sei.

Doch sollte die US-Unterstützung für die Ukraine nun doch allmälich abnehmen, könnte das Wladimir Putin zu seinem Vorteil nutzen. Der russische Präsident könnte in dem Fall „Blut wittern“ und nicht nur in der Ukraine „nachlegen“, sondern bei US-Schwäche auch andere europäische Länder angreifen, befürchtet Jim Townsend. Er ist ehemaliger stellvertretender Verteidigungsminister (DASD) für Europa- und NATO-Politik. Zudem könnte weniger US-Unterstützung auch zu weniger Hilfen aus anderen westlichen Ländern führen. Das könnte Russland den Sieg in der Ukraine ebnen. (os)

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