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Deutliche Studie: Jeder zehnte Deutsche gegen Hilfe für die Ukraine

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Von: Nail Akkoyun

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Protestierende in Augsburg demonstrieren gegen den Ukraine-Krieg und gegen militärische Aufrüstung. (Archivfoto)
Protestierende in Augsburg demonstrieren gegen den Ukraine-Krieg und gegen militärische Aufrüstung. (Archivfoto) © Alexander Pohl/Imago

Infolge des Ukraine-Kriegs zeigen sich viele Deutsche besorgt über eine mögliche Ausweitung des Konflikts. Einige lehnen daher die Unterstützung für die Ukraine ab.

Gütersloh – Das eigene Sicherheitsempfinden und die Angst vor einer Ausweitung des Konflikts wirken sich auf die Einstellung der Deutschen zum Vorgehen im Ukraine-Krieg aus. Je sicherer sich die Menschen fühlen, desto höher ist die Bereitschaft, schärfere Sanktionen gegen Russland zu fordern und der Ukraine schwere Waffen zu liefern. Dies zeigt das Ergebnis einer Studie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland, die die Bertelsmann Stiftung am Dienstag (31. Mai) in Gütersloh vorgestellt hat.

Für die Studie wurden im Mai 1000 Deutsche repräsentativ befragt. Demnach fühlen sich 21 Prozent der Deutschen derzeit so sicher wie vor dem Krieg, 63 Prozent fühlen sich „etwas“ unsicherer, während 16 Prozent angaben, sich inzwischen „sehr viel“ unsicherer zu fühlen.

Ukraine-Krieg: Stark verunsicherte Deutsche lehnen jegliche Unterstützung ab

Zehn Prozent aller Befragten lehnt nicht nur jede Art von Waffenlieferungen an die Ukraine ab, sondern auch sämtliche Unterstützung des im Februar von Russland angegriffenen Landes. In der Gruppe der stark verunsicherten Deutschen ist die Ablehnung noch größer. Hier lehnen sogar 20 Prozent jede Unterstützung für die Ukraine ab.

Die Fragestellungen lauteten wie folgt:

Nach der Corona-Pandemie bessert sich die Zuversicht der Deutschen nur langsam. Aktuell halten 79 Prozent der Befragten den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland für gefährdet, wie die Stiftung bei ihrer Jahrespressekonferenz berichtet. Bei der Befragung im Februar lag dieser Wert bei 83 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten blickt pessimistisch in die Zukunft. Die Forschenden der Bertelsmann Stiftung gehen davon aus, dass dies allerdings mehr am Ukraine-Krieg als an der Folgen der Covid-19-Pandemie liegt.

Im April sprach sich die Mehrheit der Deutschen für die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine aus. Darüber hinaus zeigt eine Studie, dass in Deutschland jede fünfte Person an die russische Propaganda von Wladimir Putin glaubt. (nak/dpa)

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