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Trotz Großoffensive: Habeck rechnet mit Putins Niederlage auf dem Schlachtfeld

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Von: Jens Kiffmeier

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Rückt das Ende vom Ukraine-Krieg näher? Habeck glaubt fest an eine Niederlage von Putin – trotz möglicher Großoffensive. Entscheidend sind Waffenlieferungen.

Berlin – Ruhe vor dem Sturm: In den vergangenen Wochen musste Russland herbe Rückschläge im Ukraine-Krieg hinnehmen. Doch möglicherweise sammeln die Truppen von Präsident Wladimir Putin über den Winter noch einmal ihre Kräfte. Zuletzt wuchs im Westen die Sorge vor einer neuen Großoffensive.

Auch in der deutschen Bundesregierung hält man dies für möglich. Dennoch sieht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) das Ende des Konflikts in greifbare Nähe rücken – verbunden mit einem Sieg für die Ukraine. Doch das hängt wohl auch von deutschen Waffen ab, berichtet kreiszeitung.de.

Ukraine-Krieg vor dem Ende? Vizekanzler Habeck rechnet mit einer Niederlage von Putin

„Putin verliert diesen Krieg auf dem Schlachtfeld“, sagte Habeck der Nachrichtenagentur dpa und fügte hinzu: „Niemand hätte gedacht, dass das Jahr 2022 so endet.“ Doch dank der Waffenlieferungen aus Europa, den Nato-Ländern und den USA sei die Kehrtwende im Ukraine-Krieg geglückt. Dies liege vor allem daran, dass die ukrainischen Truppen die gelieferten Waffensysteme „geschickt und strategisch, klug und heldenhaft“ einsetzen würde.

Rechnet mit einer Niederlage Russlands im Ukraine-Krieg: Vizekanzler Robert Habeck (Grüne).
Rechnet mit einer Niederlage Russlands im Ukraine-Krieg: Vizekanzler Robert Habeck (Grüne). © Kay Nietfeld/dpa

Ukraine-Krieg: Russland könnte im April noch einmal mit Großoffensive zum Gegenschlag ausholen

In dem militärischen Konflikt mit Russland hatte die Ukraine die Angreifer in den vergangenen Monaten an strategisch wichtigen Punkten zurückschlagen können. Vor allem in der Region um Cherson erlitten die russischen Truppen herbe Niederlagen und hohe Verluste, weswegen Putin unter Druck gerät und mehr denn je mit einem Sturz rechnen muss. Jedoch hat der Winter die Kämpfe in der Ostukraine zuletzt ausgebremst. Militärexperten halten es deshalb für möglich, dass Russland seine dezimierten Kampfverbände neu sortieren und im Frühjahr in eine neue Großoffensive schicken könnte.

In der deutschen Bundesregierung wird die Sorge vor einer neuen Großoffensive geteilt. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) kürzlich berichtete, geht das Verteidigungsministerium von einer Offensive spätestens im April 2023 aus. In einem internen Papier werden dabei zwei Szenarien skizziert: Zum einen die Ausweitung der Drohnen-Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine. Zum anderen, so hieß es, könnte Russland die Angriffe im Donbass neu entfachen – während zugleich von der Grenze zu Belarus ein neuer Frontabschnitt eröffnet werden könnte.

Wegen möglicher Großoffensive Russlands: Habeck pocht auf Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine

Vor diesem Hintergrund sprach sich Habeck für eine gezielte Unterstützung der Ukraine aus. Damit sich die Ukraine vor der Großoffensive wappnen könne, plädierte der Vizekanzler für weitere Waffenlieferungen. „Ich bin dafür, dass Deutschland zusammen mit den Alliierten die Ukraine so unterstützt, dass sie diesen Krieg gewinnen kann“, der der Wirtschaftsminister, der sich schon vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für Waffenlieferungen an das Land eingesetzt hatte. „Es wird sicherlich immer wieder neue Systeme, weitere Unterstützung geben, aber sie müssen immer im Verbund mit den Alliierten abgesprochen werden.“ So sei man weit gekommen, die nächsten Schritte würden sicherlich weitere Erfolge für die Ukraine ermöglichen. Ob sich dadurch der Ukraine-Krieg beenden lässt, bleibt aber abzuwarten.

Die USA hatten zuletzt die Lieferung von Patriot-Abwehrsystemen angekündigt. Deutschland selber hat der Ukraine Gepard-Panzer, die Panzerhaubitze 2000 sowie das Flugabwehrsystem Iris-T zur Verfügung gestellt. Doch ob es darüber hinaus zu weiteren Lieferungen kommen wird, bleibt innerhalb der deutschen Politik umstritten. Während vor allem FDP, CDU und teilweise auch die Grünen auf weitere Zusagen pochen, bremst die SPD um Bundeskanzler Olaf Scholz. Die Sozialdemokraten verweisen stets darauf, dass die Bundeswehr am Limit sei und dass weitere Lieferungen nur im Rahmen der Nato möglich seien. Der Streit entzündet sich dabei vor allem immer an dem Kampfpanzer Leopard-2, den die Ukraine ganz oben auf ihrer Wunschliste hat. (jkf)

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