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„Könnte zu Atomkrieg führen“: Putin-Scherge Medwedew poltert vor Ukraine-Treffen in Ramstein

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Rede von Dmitri Medwedew
Dimitri Medwedew, Vizechef des russischen Sicherheitsrates und Ex-Präsident. (Archivbild) © IMAGO/Yekaterina Shtukina

Mit Blick auf das Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im US-Luftstützpunkt Ramstein droht der Putin-Verbündete Medwedew erneut mit einem Atomkrieg.

München – Im Hintergrund des Ukraine-Krieges nehmen die ständigen Drohungen aus Russland kein Ende. Angesichts des Treffens der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe im US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein am Freitag (20. Januar) meldete sich nun Ex-Präsident Dimitri Medwedew im Kurznachrichtendienst Telegram zu Wort.

Atomwaffen im Ukraine-Krieg? Putin-Verbündeter Medwedew droht vor Ramstein-Treffen

Im Laufe von Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine hat sich Medwedew einen Namen für Drohungen gegen den Westen gemacht. Auch in seinem jüngsten Beitrag setzte er dies fort. „Morgen werden die großen Militärführer auf dem Nato-Stützpunkt Ramstein über neue Taktiken und Strategien sowie die Lieferung neuer schwerer Waffen und Angriffssysteme an die Ukraine beraten“, schrieb der aktuelle Vizechef des russischen Sicherheitsrates, wie merkur.de berichtet.

Bereits beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos hätten dabei „unterentwickelte politische Parteigänger“ wie eine Art „Mantra“ wiederholt, dass Russland verlieren müsse, um den Frieden zu erreichen. Bei dem Wunsch nach einer russischen Niederlage würde man aber eine „elementare Schlussfolgerung“ verfehlen, erklärte der Putin-Verbündete: „Der Verlust einer Atomkraft in einem konventionellen Krieg kann den Ausbruch eines Atomkrieges provozieren.“ Ein Osteuropa-Experte warf Berlin zuletzt vor, Angst vor einer Niederlage Russlands zu haben.

Ukraine-Krieg: Medwedew warnt Westen wegen Wunsch nach russischer Niederlage

Schließlich hätten Atommächte „keine großen Konflikte verloren, von denen ihr Schicksal abhängt“. Russland inszeniert den Krieg gegen die Ukraine immer wieder als ein Kampf für die russische Souveränität und stellt das Nachbarland als eine Bedrohung für die Existenz des russischen Staats dar. „Das sollte jedem klar sein, sogar einem westlichen Politiker, der sich zumindest eine Spur von Intelligenz bewahrt hat“, schloss der ehemalige Präsident und Premier ab.

Die russische Militärdoktrin begrenzt den Einsatz von Atomwaffen zwar nur auf bestimmte Umstände. Allerdings gehören „Situationen, die kritisch für die nationale Sicherheit der Russischen Föderation sind“, dazu. In diesem Fall ist es dem russischen Militär gestattet, auf den feindlichen Einsatz von konventionellen Waffen mit Nuklearwaffen zu antworten, wie das britische Parlament in einem Bericht zum russischen Militär erklärt.

Ukraine-Krieg aktuell: Britischer Ex-Premier hält Atomwaffeneinsatz für unwahrscheinlich und warnt Moskau

Trotz all der Drohungen aus Moskau hält der britische Ex-Premierminister Boris Johnson die Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Einsatzes durch Russland für „verschwindend gering“. Schließlich habe man Putin eine klare Warnung geschickt, die er auch gehört habe, sagte er dem ukrainischen Nachrichtenportal European Prawda. Johnson zufolge würde Putin mit einer solchen Aktion auch die mögliche Unterstützung von unparteiischen Staaten etwa in Asien und Afrika verlieren.

Sollte es dennoch zum Einsatz von Atomwaffen kommen, vermutet der Ex-Premier eine westliche Antwort. „Ich denke, der Westen wäre zu einem Vergeltungsschlag gezwungen“, so Johnson. Der britische Politiker warnte weiterhin: „Außerdem ist die aktuelle Einfrierung der russischen Wirtschaft absolut nichts im Vergleich zu dem, was wir im Falle eines Nuklearangriffs gegen Putins Russland tun werden.“ (bb)

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