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Putins letzte Hoffnung? Warum Russland seinen „fortschrittlichsten“ Kampfjet kaum einsetzt

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Bei dem russischen Su-57-Jet handelt es sich um ein Tarnkappenflugzeug. Trotz seiner modernen Technologie wird es offenbar nicht im Ukraine-Krieg genutzt.

Moskau - Trotz hoher Verluste im Ukraine-Konflikt zögert Moskau, einige seiner modernsten Flugzeuge in das Kriegsgebiet zu schicken. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium. Russland habe sich „mit ziemlicher Sicherheit“ für einen Einsatz der Su-57-Jets entschieden - aber diese offenbar auf Gebiete hinter der russischen Grenze beschränkt.

Wladimir Putins Streitkräfte setzen die Flugzeuge zum Abschuss von Langstreckenraketen auf ukrainische Gebiete ein, vermutet das Ministerium. Der Schutz der Su-57-Jets sei „symptomatisch für Russlands anhaltende Risikovermeidung beim Einsatz seiner Luftwaffe im Krieg“, urteilen die britischen Militärexpert:innen. Der Kreml wolle sich vor der Möglichkeit schützen, dass die Su-57-Technologie in der Ukraine kompromittiert werde. Zudem solle der Ruf der russischen Luftwaffe nicht beschädigt werden, heißt es in dem Bericht.

„Russlands fortschrittlichsten Überschall-Kampfjet der fünften Generation“

Jedoch behauptet Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu, dass die russischen Streitkräfte die Tarnkappenjets in der Ukraine „brillant“ nutzen. Laut Schoigu bieten die Jets „ein sehr hohes Maß an Schutz gegen verschiedene Luftabwehrsysteme“.

Ein Jet vom Typ Sukhoi Su-57 der Russischen Luftstreitkräfte fliegt während der russischen Militärparade zum Tag des Sieges über Moskau.
Ein Jet vom Typ Sukhoi Su-57 der Russischen Luftstreitkräfte fliegt während der russischen Militärparade zum Tag des Sieges über Moskau. © Pavel Golovkin/dpa

Das britische Verteidigungsministerium bezeichnet die Flugzeuge als „Russlands fortschrittlichsten Überschall-Kampfjet der fünften Generation“. Laut russischen Staatsmedien besitzt das Militär das moderne Tarnkappenflugzeug seit 2020. Laut der britischen Denkfabrik für Verteidigungsfragen Royal United Services Institute sind die Su-57-Jets „noch nicht zu einem glaubwürdigen Waffensystem an vorderster Front herangereift“. Aber: Das Flugzeug besitze „Potenzial“. Die Jets seien bereits 2018 bei Flügen über Syrien beobachtet worden, als sich die Technologie noch in der Entwicklungsphase befand.

Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS erhalte Russland 22 Su-57-Jets bis Ende 2024. Bis 2028 solle die Anzahl auf 76 steigen. Laut Militäranalyst Harry Kazianis wäre ein Einsatz der modernen Jets in der Ukraine „nahezu verrückt“, wie er gegenüber newsweek.com sagt. „Wenn die Ukraine eine Su-57 abschießen würde, wäre das ein so großer PR-Sieg für Kiew, dass es die Fähigkeiten des russischen Militärs und der russischen Luftwaffe noch mehr infrage stellen würde, als es jetzt schon der Fall ist. Warum sollte Putin ein solches Risiko eingehen? Ganz einfach, er wird es nicht tun“, sagte er dem Verteidigungsmagazin 19FortyFive.

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