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Brutale Hinrichtung für Deserteur: „Putins Koch“ kommentiert Video zynisch

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Von: Franziska Schwarz

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Im Ukraine-Krieg hat ein Wagner-Söldner wohl die Seite gewechselt. Sein Ex-Chef Prigoschin meldet sich nun zu der Konsequenz daraus zu Wort - seinem Tod.

London/München – Weil er im Ukraine-Krieg die Seite gewechselt haben soll, wurde ein russischer Ex-Söldner offenbar hingerichtet – und die Tat gefilmt. Die Aufnahmen ließen sich zunächst nicht verifizieren, aber Jewgeni Prigoschin - Chef der berüchtigten „Wagner-Gruppe“ - kommentierte den Clip auf Telegram.

Jewgeni Prigoschin in Anzug und Krawatte
Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin (Archivbild) © IMAGO / ITAR-TASS

Das Video war laut AFP und Reuters in der Wagner-Gruppe nahestehenden Telegram-Kanälen aufgetaucht. Der Mann habe sich mutmaßlich der ukrainischen Armee ergeben, war dann jedoch wieder von Russland gefasst worden. Unter anderem das ukrainische Nachrichtenportal Nexta verbreitete Screenshots. Das berichtet merkur.de.

Ukraine-Krieg: „Putins Koch“ Prigoschin findet Soldaten-Hinrichtung „spannend“

In dem Video sei zu sehen, dass der Mann „sein Glück nicht in der Ukraine gefunden hat, und dass er unliebsame, aber gerechte Menschen getroffen hat“, kommentierte Prigoschin das Video nach Angaben seines Pressediensts. Das „spannende“ Video sei eine „tolle Leistung der Regie“, sagte Prigoschin und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass bei den Dreharbeiten keine Tiere verletzt wurden.“

Nach Informationen von Reuters war der Mann 55 Jahre alt und gehörte zuvor der Wagner-Gruppe an. Im September habe er sich dazu entschlossen, sich im Ukraine-Konflikt nun für die Kämpfer von Wolodymyr Selenskyj zu engagieren. Nach seinen Aussagen wurde er dann aber am 11. Oktober in Kiew entführt und in einen Keller verschleppt. Die Aufnahmen der mutmaßlichen Exekution zeigen, wie der Kopf des Mannes mit Klebeband an einer Ziegelwand fixiert ist.

Ukraine-Krieg: Video-Aufnahmen schockieren – „Der Hammer der Rache“

Reuters schilderte Details aus dem Video. Demnach habe der Mann von seiner Entführung berichtet, als ihm ein Unbekannter in Kampfanzug mit einem Vorschlaghammer einen Schlag auf den Kopf versetzte und tötete. Der Nachrichtenagentur zufolge wurde das Video unter dem Titel „Der Hammer der Rache“ veröffentlicht. Ebenso wie die Konkurrenz von AFP konnte Reuters die Echtheit der Aufnahmen zunächst aber nicht verifizieren.

Prigoschin war laut seiner Pressesprecherin sogar der Meinung, dass der Titel des Video eigentlich „Ein Hund verdient einen hündischen Tod“ hätte lauten müssen. Der Hingerichtete habe schließlich alle „betrogen“. Der einflussreiche russische Geschäftsmann Prigoschin wird wegen seiner zwischenzeitlichen Belieferung der Küchen des Kreml unter Wladimir Putin auch „Putins Koch“ genannt.

Söldner der paramilitärischen Wagner-Gruppe sind unter anderem in Lateinamerika, Afrika und der Ukraine im Einsatz. Bei Russlands Offensive im Nachbarland spielt die Gruppe eine zunehmend wichtige Rolle. Der Kreml-Vertraute Prigoschin hatte sich erst im September öffentlich dazu bekannt, die lange geheim agierende Gruppe gegründet zu haben. Im Oktober eröffnete sie in St. Petersburg ein offizielles Hauptquartier. (frs mit Material von dpa und AFP)

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